HINTERGRUND

Ein Erntefest oder Erntedankfest ist in vielen Kulturen und Religionsgemeinschaften dieser Welt als Dank des Menschen an Gott den Schöpfer dieser Erde bekannt. Bei den Römern wurde die Göttin Ceres als Göttin der Saat verehrt.

Von ihr kommt unser Wort Zerealien für Feldfrüchte oder Getreide. In der griechischen Mythologie hatte diese Göttin der Ernte und der Saat den Namen Demeter. Die Erntedankfeier ist schon seit vorchristlicher Zeit bekannt und wurde wahrscheinlich im dritten Jahrhundert in das Brauchtum der römischen Kirche übernommen. Erst 1972 einigte man sich auf einer Bischofskonferenz auf den ersten Sonntag im Oktober als Erntedankfesttermin für Deutschland. Die evangelische Kirche feiert Erntedank am Michaelitag, den 29. September. In früheren Jahrhunderten bewirteten die Gutsherren ihre Knechte und Mägde mit Erntebier und einem festlichen Essen. Als festlichen Ausklang des Sommers fand bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts ein "Hofabend" aller Hausbewohner statt. Bis 1950 gab es auch das Michelsfeuer. Die Viehzäune wurden am Michelstag eingerissen, damit die Tiere ungestört auf die Wiesen laufen konnten. Die Hütejungen entfachten Stroh- und Reisigfeuer. Heute ist die Erntedankfeier fast ausschließlich in den kirchlichen Gottesdienst integriert. Neben der kirchlichen Feier wird in anderen Gemeinden zusätzlich ein Erntedankumzug gestaltet.