HINTERGRUND

Flüssigboden Als Flüssigboden wird ein neuer Baustoff bezeichnet, der zu 93 bis 97 Prozent aus dem Stoffgemisch bestehen kann, das auf der Baustelle ausgehoben wird - etwa Boden, Kies, Sand oder Ton.

Zudem können darin geeignete Baustoffe recycelt werden wie Granulate aus Altbeton, Mauerwerk oder Ziegeln. Dem Gemisch werden quellfähige Materialien wie beispielsweise Ton und als Stabilisatoren Zement oder Kalk zugesetzt. Durch eine ausgewogene Material-Mischung erhält der Flüssigboden zeitweilig eine breiig-weiche, fließfähige Konsistenz, weshalb er sich zum Verfüllen von Hohlräumen eignet. Ähnlich wie Mörtel verfestigt sich das Flüssigboden-Gemisch nach einer Abbindezeit. Einer der großen Vorteile, über den sich auch die Wittlicher Karrstraßen-Anwohner freuen: Das aufwändige Rütteln zum Verdichten der Füllmasse entfällt. Somit werden die sonst bei den Arbeiten mit Rüttelmaschinen "zitternden" Altbau-Fassaden geschont. Auch die Kosten für die Rüttel-Arbeiten werden gespart. Auch Arbeiten wie Aushub oder Verfüllen gehen schneller und damit günstiger über die Bühne, da bei diesem Verfahren nur eine geringere Grabenbreite ausgehoben werden muss. Da ein Großteil des ausgehobenen Materials wiederverwendet wird, entfallen auch Entsorgungskosten. Zudem wird dem Flüssigboden eine Eigenschaft natürlichen Bodens zugeschrieben: Er dämpft Schwingungen. Durch die Verwendung von Flüssigboden wird bei der Karrstraßen-Sanierung nach Angaben des zuständigen Ingenieurbüros die Bauzeit um zwei Monate reduziert, und die Kosten werden um fünf Prozent verringert. Die Anlieger votierten mit einer Gegenstimme für die Verwendung von Flüssigboden. (scho)