HINTERGRUND

Neues Müll-Konzept Aufgrund der zu erwartenden Erhöhungen bei den Müllgebühren ab Juni, und den negativen Erfahrungen bei der bundesweiten DSD-Ausschreibungen mit vermuteten Preisabsprachen und oft nur einem Bieter pro Region im Jahr 2003, entschied sich der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises, neue Wege zu gehen.

Ein Gutachten habe nach Aussagen von Landrat Bertram Fleck (CDU) gezeigt, dass bei der Übernahme der Müllabfuhr mehr als 30 Prozent der Kosten - rund eine Millionen Euro jährlich - eingespart werden können. Die Müllwerke der früher beauftragten Firmen wurden vorrangig von der neuen Anstalt des öffentlichen Rechts übernommen und erhalten laut Fleck nun tarifgerechte Löhne. Zehn Spezialfahrzeuge wurden angeschafft, um den Müll der rund 106 000 Einwohner des Landkreises zu transportieren. Zudem seien fünf neue Jobs geschaffen worden. Als wichtige Voraussetzung für die Rekommunalisierung nennt Christdemokrat Fleck, dass ein breiter politischer Konsens herbeigeführt wurde. Nahezu alle Kreistagsmitglieder hätten für die Rekommunalisierung zugestimmt. Die Übernahme der Abfuhr führt dazu, dass laut Thomas Lorenz, Vorstand der Rhein-Hunsrück-Entsorgung, die seit zwölf Jahren gezahlten durchschnittlichen Müllgebühren für eine vierköpfige Familie inklusive Bio-Tonne von rund 230 Euro gehalten werden können. An steigende Gebühren sei vorerst nicht gedacht. Am Leistungsspektrum für die Bürger hat sich laut Lorenz mit der Übernahme nichts geändert. Die Bio-Tonne wird im Zweiwochen-, Restabfall und Papier im Vierwochen-Rhythmus abgeholt. Zudem gibt es mehr als 100 Grüngutschnittplätze im Kreis.(har)