HINTERGRUND

Polizei-Statistik Da sich Vandalismus in der Regel in Form von Sachbeschädigung zeigt, taucht er in dieser Rubrik auch in den Polizei-Statistiken auf. Nach Angaben der Polizei Wittlich wurden im ersten Halbjahr diesen Jahres 68 Sachbeschädigungen im Stadtgebiet Wittlich angezeigt.

Darunter 31 Fälle von Sachbeschädigungen an Autos (Reifen zerstochen, abgebrochene Spiegel, Kratzer und ähnliches), acht Anzeigen wegen Sachbeschädigung auf öffentlichen Wegen und Plätzen (herausgerissene Blumen, eingetretene Zäune und mehr), drei Anzeigen wegen Graffiti, eine wegen Brandstiftung und 25 "Sonstige Delikte" wie eingetretene Türen. 2005 verbuchten die Wittlicher Polizisten im ersten Halbjahr "nur" 46 Sachbeschädigungen. Doch diese Zahlen als gravierenden Anstieg von Vandalismus zu deuten, wäre verfehlt. "Möglicherweise sind statistische Werte aus 2005 mit aufgenommen", sagt Jürgen Riemann, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Wittlich. Denn im Herbst 2005 konnte die Polizei eine Serie von Sachbeschädigungen an Autos aufklären. Dabei waren Mercedes-Sterne und andere Fahrzeug-Embleme gestohlen worden. Die Polizei ermittelte drei Täter, die insgesamt für 45 Sachbeschädigungen verantwortlich sind. Dieser Ermittlungserfolg war nur möglich, weil ein Passant eine der Straftaten beobachtet hat, und sich bei der Polizei meldete. "Aber insgesamt sind diese Taten schwer zu ermitteln. Da Sachbeschädigungen überwiegend in den frühen Abendstunden oder nachts passieren, gibt es meist weder Zeugen noch eine genaue Tatzeit", sagt Riemann. Nach Erfahrung der Polizei stehen hinter den Sachbeschädigungen grob drei Tätergruppen: BEZIEHUNGSTÄTER, die etwa aus Frust den Wagen der Ex-Freundin traktieren, GELEGENHEITSTÄTER, die beispielsweise nach einer durchzechten Nacht auffällig werden und JUGENDLICHE. Letztere sind schätzungsweise für die Hälfte der Sachbeschädigungen in Wittlich verantwortlich. Bundesweit wurden 2003 mehr als 22 000 Kinder und 47 000 Jugendliche wegen Sachbeschädigung angezeigt. Mit knapp 40 Prozent gehen auch bundesweit fast die Hälfte aller Sachbeschädigungen auf das Konto von Kindern und Jugendlichen. Der Dienststellenleiter der Polizei Wittlich, Romeo Faustmann, bittet Bürger aufmerksam zu sein und die Polizei zu informieren, wenn sie etwas Auffälliges beobachten. Etwa wenn eine Gruppe Jugendlicher oder Kneipengänger schon randalierend durch die Stadt läuft. Die Devise: Besser ein Anruf zu viel als einer zu wenig. Faustmann: "Auch bei Sachbeschädigung gilt: Wer nichts tut, macht mit." (scho)

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