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Historiker besitzt Münzen der Flüchtlingsspende

Historiker besitzt Münzen der Flüchtlingsspende

Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen ist in Deutschland kein neues Phänomen. Gerd Bayer aus Bausendorf erinnert mit Münzen der Konrad-Adenauer-Flüchtlingshilfe an eine Spendenaktion in den 1950er Jahren.

Bausendorf. Zurzeit kommen sie aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Afrika, die Flüchtlingswelle, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland schwappte, war allerdings noch gewaltiger als die aktuelle.

Rund zwölf Millionen Vertriebene musste das zerstörte Land allein bis 1950 aufnehmen. In manchen Bundesländern machten die Flüchtlinge ein Fünftel der Bevölkerung aus.

"Man nannte sie Östler oder Rucksackdeutsche", erinnert sich Gerd Bayer aus Bausendorf. Und dass die Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten nicht überall mit offenen Armen empfangen wurden.

In der Armut der Nachkriegszeit nicht verwunderlich. Sie konkurrierten beispielsweise um den knappen Wohnraum. Was Zwangseinquartierungen anging, habe das an Enteignung gegrenzt, sagt Bayer.

Der 76 Jahre alte Heimatforscher erinnert sich aber auch daran, dass sich Bild schnell wandelte: "Es zeigte sich, dass die Flüchtlinge fleißig waren und sich am Wiederaufbau beteiligten." Mit dem beginnenden Wirtschaftswunder stieg zu Beginn der 1950er Jahre die Bereitschaft, für Flüchtlinge zu spenden. Bayer hat Aluminiummünzen in seiner umfangreichen Sammlung gefunden, die von der Konrad-Adenauer-Flüchtlingsspende stammen. "Ich gab für die Flüchtlinge", steht auf der Vorderseite ergänzt um den Betrag von einer halben, einer, zwei oder fünf DM. "

1953 bekam man die gewissermaßen als Spendenquittung", erzählt Bayer. Der Wert damals: verschwindend gering. "Jetzt haben sie aber einen Wert - trotz des minderwertigen Materials", freut sich Bayer. Etwa 40 Euro werden für den kompletten Satz von vier Münzen momentan verlangt. "Das könnte auch ein Modell für heute sein", glaubt Bayer. "Man hat das Gefühl, man bekommt etwas für seine Spende."