Historischer Hochbehälter frisch renoviert

Historischer Hochbehälter frisch renoviert

Die Wenigerather feiern am Samstag, 13. August, die Renovierung des Hochbehälters im Ort, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Auch die Instandsetzung der Kirche soll bis zum Fest am kommenden Wochenende abgeschlossen sein.

Wenigerath. Wer aus nördlicher Richtung nach Wenigerath reinkommt, dem leuchtet ein eigentümlicher Bau mit einer Art kleinem Türmchen in strahlendem Rot-Braun entgegen: der 100 Jahre alte Hochbehälter. Ihn haben etwa ein Dutzend Einwohner des Orts über ein Jahr hinweg renoviert.
Über 10 000 Euro investiert


Ortsvorsteher Thomas Jakobs sagt: "Da steckt viel Eigenleistung drin: 400 Stunden haben die Helfer daran gearbeitet." Mehr als 10 000 Euro seien in den Hochbehälter investiert worden. Ein Teil des Geldes stammt aus dem Budget des Ortsbezirks, den Rest haben Spender wie der Heimatverein dazugegeben.
Erneuert werden musste lediglich das Mauerwerk. "Das Innenleben ist unverwüstlich", sagt Jakobs. Seit 100 Jahren funktioniert es und nimmt Wasser aus einer nördlich vom Ort gelegenen Quelle auf. Auch heute werden noch zwei Brunnen damit gespeist: der Dorfbrunnen und eine Viehtränke.
Der Bau des Hochbehälters und der damit verbundenen Wasserleitung waren ein wichtiges Ereignis, das in der Schulchronik dokumentiert wurde. Dort heißt es: "Wieder ein guter Schritt kulturellen Fortschritts! ... Der nach den Zeichnungen des Kreis-Wiesenbaumeisters Hoff zu Morbach ausgeführte Hochbehälter liegt am Norwestausgang des Dorfes und zeigt einen sehr gefälligen und geschmackvollen Bau. Eine Zierde des Dorfes! Ein wahres Kulturdenkmal."
Auch damals wurden die Arbeiten für Behälter und Leitung großteils von Einheimischen ausgeführt, denen die harte Arbeit recht schwer gefallen sein soll. Der Chronikschreiber kommentiert: "Der Bauersmann hat einmal erfahren, wie hart und drückend die Arbeit des Erdarbeiters, des Bergmanns, Fabrikarbeiters im Vergleich zu seiner eigenen, ländlichen Beschäftigung ist. Gewiss war hier und da einer, der in Zukunft mit etwas weniger Missmut und Verdrossenheit die heimische Scholle bearbeitet." Am Samstag, 13. August, wollen die Wenigerather ihren frisch renovierten Behälter feiern.
Renovierung der Kirche


Doch nicht nur das. Bis dahin soll auch die Kirche im Ort von einem Dutzend Einwohner instand gesetzt werden. Sie wird verputzt und gestrichen. Investiert werden laut Jakobs ebenfalls 10 000 Euro. Ein kleiner Teil des Geldes stamme von der Kirche, der Rest von einem anonymen Spender.
Die Kirche ist wesentlich älter als der Hochbehälter. Sie wurde 1747 errichtet.
Die Feier zur Renovierung der Kirche am Samstag, 13. August, beginnt um 17 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche. mai

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