Hitze, Schnee und Anekdoten

Grünpflege im Sommer, Streudienst im Winter und die Sicherung von Gefahrenstellen das ganze Jahr über: Die Aufgaben der Autobahnmeisterei Wittlich sind vielfältig. Seit 40 Jahren hat sie ihren Standort in der Kreisstadt.

Wittlich. "Da kannst Du danebenstehen und zuschauen, aber Du kannst es nicht verhindern." Wenn wegen der Sommerhitze wie Anfang Juli der Straßenbelag der Autobahn aufbricht, sind Jürgen Mayer und seine Kollegen von der Autobahnmeisterei (AM) Wittlich so gut wie machtlos. Deshalb haben Mitarbeiter einer Spezialfirma in den vergangenen Wochen auf der A 1 zwischen Wittlich und Schweich mehrere sogenannte Entlastungsriegel angebracht. Sie sollen gewährleisten, dass sich der Straßenbelag besser ausdehnen kann und die Zahl der sogenannten Blow-Ups gemindert wird.
Vor 40 Jahren genügte der damals neue Straßenbelag der A 1 den Anforderungen. Der Verkehr auf dem neuen Teilstück der A 1 war so gering, "dass man auf der Autobahn zwischen der Durchfahrt von zwei Autos Kaffee trinken konnte. Zumindest erzählt man sich das", sagt Jürgen Mayer, Kolonnenführer bei der Wittlicher AM.
Deutlich mehr Verkehr


Heute ist das deutlich anders, weit mehr als 30 000 Verkehrsteilnehmer nutzen täglich die Strecke. Vor allem seit der Eröffnung des Autobahnkreuzes Wittlich im Jahr 2002 hat der Verkehr stark zugenommen. Und damit auch die Arbeit für die Belegschaft der Wittlicher Autobahnmeisterei, die die kleinste von 13 Autobahnmeistereien im Land ist. "Die Verkehrszunahme seit der Eröffnung des Kreuzes merken wir schon sehr stark", sagt Mayer.
Weggefallen hingegen ist im Laufe der Zeit die Betreuung der Notrufsäulen. Bis 1999 war in der Wittlicher Meisterei eine 24 Stunden besetzte Telefon- und Notrufzentrale, in der zahlreiche Anrufe eingingen: Die Mitarbeiter betreuten die Säulen entlang der A 48 und der A 1 zwischen dem Autobahnkreuz Koblenz und der Landesgrenze zum Saarland, die Rufsäulen der A 602 und der A 64 bis zur Landesgrenze zu Luxemburg sowie die der A 60 bis zur Landesgrenze zu Belgien. Heute werden Notrufe gebündelt von der Autobahnmeisterei in Heidesheim organisiert.
Ausstattung ist besser geworden


Immer noch viel zu tun ist für die Straßenwärter im Winter. 2009/2010 war für die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Wittlich einer der härtesten der vergangenen Jahre; knapp 55 000 Tonnen Salz haben sie gebraucht, um die Autobahn für die Autofahrer möglichst gefahrenfrei zu halten — so viel wie noch nie seit 1975.
In jenem Jahr wurde die Autobahnmeisterei mit der Eröffnung der Teilstrecke zwischen Salmtal und Wittlich - die Strecke zwischen Schweich und Salmtal wurde ein Jahr zuvor freigegeben - von Hasborn in die Kreisstadt verlegt (siehe Extra I).
War Hasborn noch eine Außenstelle der Autobahnmeisterei Kaisersesch, ist die AM Wittlich von Beginn an eigenständig, Hasborn ist heute eine Außenstelle von Wittlich.
Geändert hat sich auch die technische Ausstattung, zum Beispiel für den Winterdienst: "In der Straßendecke liegen Kältemeldeanlagen, die uns die Temperatur übermitteln", erklärt Jürgen Mayer. "Sie haben Sensoren direkt an der Fahrbahnoberfläche, in fünf und etwa 30 Zentimetern Tiefe sowie in zwei Metern Höhe", sagt Mayer weiter. Die Daten der Sensoren werden direkt auf den Computer übermittelt und ausgewertet. "Zusätzlich bekommen wir noch direkt vom Deutschen Wetterdienst Prognosen." Danach richtet sich die Einteilung der Mitarbeiter, die im Winterdienst rund um die Uhr im Einsatz sind und auch vorbeugend Streudienst fahren. Derzeit kann die Meisterei mehr als 2000 Tonnen Salz gleichzeitig im Außenlager Hasborn und in Wittlich lagern. Nach Möglichkeit sollen die Lager bis zum 13. September, wenn die Meisterei ihre Tore für die Öffentlichkeit öffnet (siehe Extra II), schon gefüllt sein. Auch wenn die heißen Sommertage dann noch nicht allzu lange vorbei sein werden.Extra

Im Gebiet der Autobahnmeisterei Wittlich, die am 1. Oktober 1975 eröffnet wurde, liegen zehn Rastplätze, sieben davon mit WC-Anlagen, und zwei Autobahnraststätten. Die Mitarbeiterzahl ist von 26 zu Beginn auf heute 33 gewachsen. Derzeit müssen sich die Mitarbeiter, die an 365 Tagen im Jahr im Einsatz sind, um 90 Kilometer Wildschutzzaun entlang der Autobahn kümmern, Tendenz steigend. Die Autobahnmeisterei betreut eine Strecke von fast 58 Kilometern Autobahn und circa 28 Kilometer Zubringer und Äste zwischen der A 48 von Steiningen bis zum Autobahndreieck Vulkaneifel, von dort auf der A 1 bis zur Anschlussstelle Schweich und auf der A 60 vom Autobahnkreuz Wittlich bis zur Anschlussstelle Landscheid. Die AM Wittlich hat in ihrem Zuständigkeitsbereich nach eigenen Angaben circa 1,5 Millionen Quadratmeter Grünfläche zu mähen, was ein Großteil der Tätigkeiten ausmacht. willExtra

Die Autobahnmeisterei Wittlich feiert ihren runden Geburtstag mit ihrem ersten Tag der offenen Tür am Sonntag, 13. September, von 11 bis 18 Uhr auf dem Betriebshof an der Autobahn. Unter anderem kommt Infrastrukturminister Roger Lewentz, zudem stellt sich die AM unter anderem mit Fahrzeugen für den Winter- und Sommerdienst sowie mit Spezial-Fahrzeugen vor. Mehr Infos gibt es im sozialen Netzwerk Facebook unter https:// <%LINK auto="true" href="http://www.facebook.com/events/558982154205429/" class="more" text="www.facebook.com/events/558982154205429/"%>. Am gleichen Wochenende ist auch der Wittlicher Herbstmarkt in der Kreisstadt. Anbieter aus der Region bieten selbst erzeugte Produkte und regionale Spezialitäten an und präsentieren ihr Kunsthandwerk. Parallel zum Markt ist am 13. September ein verkaufsoffener Sonntag. Der Herbstmarkt beginnt um 11 Uhr, um 13 Uhr öffnen die Innenstadtgeschäfte. will/red