Hoch hinaus

THALFANG. Mit der Aufstockung des Verwaltungsgebäudes summieren sich die aktuellen Investitionen der Hochwald Nahrungsmittel-Werke in den Standort Thalfang auf mehr als 1,5 Millionen Euro.

Auf den ersten Blick sieht es aus, als seien nun auch in Thalfang Verpackungskünstler am Werk. Dass sich das Verwaltungsgebäude der Hochwald Nahrungsmittel-Werke neuerdings mit Planen umhüllt präsentiert, hat jedoch andere Gründe. Über den Winter soll der gesamte hintere Trakt des 1991 neu bezogenen Haupthauses aufgestockt werden. Daher muss zuvor das gesamte Dach abgetragen werden, was den Wetterschutz erforderlich macht. Mit dem aufwendigen Umbau erhöhen sich die 2006 bis Anfang 2007 getätigten Investitionen laut Geschäftsführer Dr. Karl-Heinz Engel auf 1,5 bis zwei Millionen Euro. Denn in dem Unternehmen, das in Thalfang vor allem Kondensmilch, aber auch die "Hochwald"-Butter produziert, tut sich derzeit sehr viel mehr. So wird parallel das Rahm-Tanklager des Milchwerks umgerüstet, und auch die Milchpulvertrocknung soll saniert werden. Die Mitarbeiter sind aber vor allem von der Gebäudeaufstockung betroffen. Diejenigen, die bisher im hinteren Trakt ihre Büros hatten, zogen schon vor Wochen dort aus - samt komplettem Mobiliar und EDV-Anlage. Bis zum Frühjahr haben sie Räume des um den Jahreswechsel geschlossenen Fleischwerks bezogen. Ein optimales Arbeiten sei das zwar nicht, räumt Engel ein. Und die Nachteile zusätzlicher Fahrwege und zwangsläufig eingeschränkter Kommunikation machten sich schon bemerkbar. Dennoch habe sich das Unternehmen nach Prüfung verschiedener Varianten bewusst für diese entschieden. Nicht die günstigste, aber wirtschaftlichste Lösung

"Was wir jetzt machen, ist nicht die günstigste Lösung - aber langfristig die wirtschaftlichste", versichert Engel. Ziel sei, nicht einen "Riesenverwaltungsapparat" aufzubauen, sondern die "schlanke Verwaltung" zu erhalten. Und dazu bedürfe es eben kurzer Wege, wie sie sich im Haus bewährt haben. "Trotz des Wachstums sind wir nach wie vor sehr schlank", verweist Engel auf das Verhältnis Umsatzentwicklung zu Mitarbeiterzahl. Die Zahl der in Bereichen wie Marketing, Produktentwicklung, Buchhaltung, Labor oder Qualitätssicherung beschäftigten Mitarbeiter sei beispielsweise innerhalb von drei Jahren um etwa 30 Prozent gestiegen. Zwar arbeiteten nicht alle vor Ort, seien aber Thalfang zugeordnet. Außerdem handele es sich in der Regel um sehr qualifizierte Arbeitsplätze. Demgegenüber stehe der Umsatz, der sich nach Zugängen wie "Bärenmarke" oder "Star-Milch" steil nach oben entwickelt habe. Waren es Ende 2002 noch 620 Millionen Euro, so liegt das Gesamtunternehmen laut Engel heute bei etwa 1,1 Milliarden Euro Umsatz. Und das trotz des fehlenden Fleischwerkumsatzes. Mit der Schließung des Werkes habe "eine harte Entscheidung" getroffen werden müssen, bilanziert der Geschäftsführer. Nichtsdestotrotz seien seit dem Jahr 2003 jährlich mehr als 20 Millionen Euro in die Hochwald-Gruppe investiert worden: "Um das Unternehmen zukunftsfähig zu gestalten - damit es überleben kann." Daher sei Hochwald heute nicht nur in Rheinland-Pfalz führend, sondern deutschlandweit "die Nummer drei" in der Milchtechnik.