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Hochmoselübergang: Corona-Krise dämpft Erwartungen

Wirtschaft : Hochmoselübergang: Corona dämpft Erwartungen

Vor einem Jahr hatte der TV in der Serie „Brückenschlag“ nachgefragt, was der Einzelhandel vom Hochmoselübergang erwartet. Eine erste Bilanz.

Der vor mehreren Jahrzehnten geplante und nun auch gebaute Brückenschlag von der Eifel in den Hunsrück ist im November vergangenen Jahres erfolgt. Damals wurde die Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig/Ürzig eröffnet, die die Eifel über die A 60 und B 50 an den Hunsrück anschließt.

Vor etwa einem Jahr fragte der Trierische Volksfreund in der Serie „Brückenschlag“ in den drei betroffenen Regionen um Wittlich, Bernkastel-Kues und Morbach nach, wie sich diese Brücke auf verschiedene Bereiche auswirken wird.  Unter anderem ging es um den Einzelhandel. Damals gab es Bedenken, dass möglicherweise Käuferströme von der Mosel oder aus dem Hunsrück Richtung Wittlich abfließen könnten.

Ina Mertiny-Dombrowski vom Gewerbeverein Morbach hatte damals bereits auf Gegenmaßnahmen wie die Morbach Card, Late Night Shopping und verkaufsoffene Sonntage gesetzt. Aber dann kam die Corona-Krise. „Durch Covid-19 hat sich das Ganze gar nicht so gezeigt, wie man es erwartete. Derzeit ist es schwer, die Lage zu beurteilen,“ sagt Mertiny-Dombrowski heute.  Immerhin sei es zu begrüßen, dass durch die Lockerungen die Menschen sich wieder in die Geschäfte trauen. Da seien die lokalen Betriebe durchaus im Vorteil, da sie ihren Kunden näher sind.

Auch in Wittlich will man erst die Corona-Krise abwarten. „Der Hochmoselübergang ist für den Einzelhandel sicherlich vorteilhaft, da durch die schnelle Anbindung neue Kundschaft nach Wittlich gezogen werden kann. Allerdings erschweren die coronabedingten Einschränkungen des täglichen Lebens auch die Entwicklung des Einzelhandels in der gesamten Region,“ sagt Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich.

An der Mosel herrscht derzeit Gelassenheit, da sich Bernkastel-Kues ohnehin auf den allgemeinen Strukturwechsel vorbereitet, so Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Fachgeschäfte seien nach wie vor gefragt.  Bei den Filialisten sei das anders. Durch die Corona-Krise sei dieser Effekt deutlich geworden. Dabei zahle sich die Politik aus, die Innenstadt zu stärken, um einen Speckgürtel um die Stadt mit Filialisten zu verhindern. Wegen der Corona-Krise, der langen Sperrung des Burgbergtunnels und auch den noch anstehenden Straßenbauprojekten wie der Cusanusstraße sei aber noch nicht absehbar, wie sich die Lage entwickle.