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Hochmoselübergang rückt näher

Am heutigen Montag findet der Spatenstich für den zweiten Abschnitt der Bundesstraße 50 neu statt, zu der auch der Hochmoselübergang gehört. Bundesminister Wolfgang Tiefensee und Ministerpräsident Kurt Beck. Eine Gegendemonstration ist geplant. Von unserer Redakteurin Marion Maier

Platten. Um 15 Uhr soll heute bei Platten der offizielle Startschuss für den zweiten Abschnitt der B 50 neu fallen. Der zweite Abschnitt reicht von Platten nach Longkamp und führt mit dem 1700 Meter langen Hochmoselübergang bei Zeltingen-Rachtig über die Mosel.

Zu der Veranstaltung werden Bundesminister Wolfgang Tiefensee und Ministerpräsident Kurt Beck erwartet. Laut rheinland-pfälzischem Verkehrsministerium ist der Hochmoselübergang eines der größten Straßenbauvorhaben in Deutschland und mit Abstand das größte Verkehrsprojekt in Rheinland-Pfalz. Das 330 Millionen Euro teure Projekt ist umstritten.

Kritisiert wird die Landschaftszerstörung. Mehrfach hat der Bund für Umwelt und Naturschutz mit Unterstützung der Grünen gegen das Bauvorhaben geklagt. Für den heutigen Montag um 14.30 Uhr haben die Gegner der Straße, die in der Arbeitsgemeinschaft (AG) Eifel Mosel Hunsrück in Bewegung organisiert sind, zu einer Gegendemonstration bei der Plattener Baustelle aufgerufen. Die AG veranstaltet außerdem am autofreien Tag an der Mosel ("Happy Mosel") einen Aktionstag gegen die Hochmoselbrücke. Dazu gehört eine Fahrrad-Demo, die um 14 Uhr am Traben-Trabacher Bahnhof startet.

Mehr als 1630 überwiegend jüngere Mitglieder zählt die Gruppe "Stoppt die Hochmoselbrücke" der Internetplattform "Wer kennt wen". Aktuell kritisiert die Partei Die Linke die Trasse. Die Winzer und die Touristikbranche im Moseltal erwartet laut Linken zunächst fünf Jahre Baulärm.

Danach spanne sich die 160 Meter hohe Brücke über die Mosel und setze sich vierspurig über rutschgefährdete Weinhänge fort. Großräumig soll die B 50 neu, die vom Autobahnkreuz Wittlich zur Hunsrück-Höhenstraße Richtung Flughafen Hahn führt, die Verbindung der niederländischen und belgischen Nordseehäfen mit dem Rhein-Main-Gebiet ergänzen.