Hochscheid und Kleinich feiern runde Jubiläen

Hochscheid und Kleinich feiern runde Jubiläen

Vor einem halben Jahrhundert wurde die Kapelle in Hochscheid wiederaufgebaut. Die Evangelische Christusgemeinde blickt auf die wechselvolle Geschichte ihres Gotteshauses zurück und feiern auch das 250-jährige Bestehen des Kirchturmes.

Hochscheid. (urs) Mit einem großen Gemeindefest haben Gläubige des Kirchspiels Kleinich den Geburtstag der Hochscheider Kapelle gefeiert. Zum 50. Mal jährt sich in diesem Jahr der Wiederaufbau der Kapelle, die bereits 1529 urkundlich erwähnt ist (siehe Extra).

Der Titel der von Jürgen Leonhard verfassten Festschrift "Wiedergeburt eines Gotteshauses" erinnert an die wechselvolle Geschichte. Denn etliche Jahre gab es am Standort der Kapelle zwar ein Gebäude, das aber als Schulsaal genutzt wurde. Noch Ende der 1950er Jahre mussten die Gläubigen aus Hochscheid rund fünf Kilometer Fußweg für den Gottesdienstbesuch auf sich nehmen. Sie gingen dann in den Hauptort des Kirchspiels, der heutigen evangelischen Christus-Kirchengemeinde Kleinich mit dem zentralen Friedhof.

Den Festumzug anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kapelle sowie des 250. Kirchturm-Geburtstags begleiteten erwartungsgemäß mehr Menschen, als in der Kapelle Platz finden. Dennoch konnten alle den Gottesdienst verfolgen, der per Videoaufzeichnung live ins Gemeindehaus übertragen wurde, was allein mehr als 100 Menschen nutzten.

Dabei erinnerten sich etliche daran, dass der erste Gottesdienst in ihrer Kapelle ebenfalls an einem Erntedanktag gefeiert worden war.

Pfarrer Stefan Haastert gedachte zudem des parallel zum Hochscheider Fest in vielen Orten Deutschlands gefeierten Jahrestages der Wiedervereinigung Deutschlands. Seit 20 Jahren könnten die Menschen endlich wieder zusammenwachsen. Anschließend traten Konfirmanden nach vorne, um ihre guten Wünsche für die Kapelle auszusprechen. Für die Synode des Kirchenkreises Trier gratulierte Superintendent Christoph Pistorius zum Doppeljubiläum. Die damaligen Rahmenbedingungen seien heute kaum mehr vorstellbar, lobte er die anerkennenswerten Bemühungen, die Menschen beidseits der Hunsrückhöhenstraße zu erreichen und beieinander zu halten. "Es benötigte Ausdauer, Gottvertrauen und Mut." Gleichzeitig stärke die Erinnerung an das gemeinsam Erreichte "die Herausforderungen der Gegenwart".

Extra Die 1529 erstmals urkundlich erwähnte Hochscheider Kapelle erhielt erst 1629 - mit 100 Jahren Verspätung - ihre eigene Glocke. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) lag die Kapelle in Trümmern. Ein Wiederaufbau war bis 1743 noch nicht erfolgt. Erst 1752 wurde der heutige Kirchturm erbaut. Der Bau der eigentlichen Kapelle folgte erst 200 Jahre später. Am heutigen Standort hatte es bereits zuvor ein Gebäude gegeben, den 1786 errichteten ehemaligen Schulsaal, der später auch als Wohnung genutzt wurde. (urs)

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