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Hochwald ändert Baupläne für neue Halle

Hochwald ändert Baupläne für neue Halle

Eine neue Produktionslinie für Kondensmilch soll in das bestehende Werksgebäude der Hochwald Foods integriert werden. Im Juni hatte das Unternehmen noch Pläne für den Bau einer neuen Fabrikationshalle vorgestellt.

Thalfang Es bleibt dabei: Das milchverarbeitende Unternehmen Hochwald Foods baut den Standort Thalfang aus. Aber anders als bisher bekannt. Denn Hochwald Foods hatte ursprünglich geplant, auf der östlichen Seite der Hunsrückhöhenstraße in einer noch zu bauenden Halle eine weitere Produktionslinie aufzubauen. Bei einer Bürgerversammlung im Juni hatte das Unternehmen vor rund 100 Interessierten aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bei der dafür notwendigen Erstellung des Bebauungsplans entsprechende Pläne öffentlich vorgestellt.Doch seien inzwischen Marktrisiken aufgetaucht, die an diesem Erörterungstermin noch nicht bekannt gewesen seien, sagt Pressesprecherin Kathrin Lorenz. Deshalb habe man die Pläne noch mal überarbeitet.Stattdessen wird die neue Produktionslinie in die bestehenden Betriebsgebäude auf der Thalfanger Seite der Hunsrückhöhenstraße integriert, sagt Lorenz. Es habe sich bei den jüngsten Planungen ergeben, dass das möglich sei. Die Verpackung der Dosen mit Kondensmilch soll dafür auf die östliche Seite der Hunsrückhöhenstraße verlegt werden, wo sich bereits die Palettierung und das Lager befinden. Das Lagergebäude wird dafür in Richtung der ehemaligen Fleischfabrik vergrößert, die in den kommenden Wochen abgerissen wird. Wie groß der Anbau wird, muss noch exakt geplant werden.Doch bleibt es dabei, dass der Standort Thalfang gestärkt wird, sagt die Pressesprecherin. Die Kapazität in Thalfang, die mit ihrer Produktion von Kondensmilch exportorientiert ist, soll um 25 Prozent gesteigert werden. Dazu werden am Stammsitz der Firma weitere 35 bis 40 neue Mitarbeiter benötigt. Wie viele Kosten durch die neue Planung gespart werden und welche genaue Summe Hochwald investiert, sagt sie nicht. Bei der Präsentation im Juni hatte sie von einer Investition im zweistelligen Millionenbereich gesprochen. Allerdings könne man durch die geänderte Planung auf notwendig gewordene Infrastruktur verzichten. Beispielsweise hätte man in der ursprünglich vorgesehenen Halle eine weitere Annahmestelle für Milch mit den dazugehörigen Tanks unterbringen müssen, sagt Lorenz. Der Aufbau der neuen Produktionslinie am Standort Thalfang ist ein Baustein einer größeren Veränderung innerhalb des Unternehmens mit seinen rund 1900 Mitarbeitern an acht europäischen Standorten. Das Thalfanger Unternehmen trennt sich von dem bayerischen Standort Weiding mit seinen 250 Mitarbeitern. Laut Lorenz übernimmt ein anderes Unternehmen der Branche Teile des Weidinger Werks mit Mitarbeitern und Milchlieferanten. Die Produktion wird aus dem bayerischen Werk nach Thalfang, Kaiserslautern und ins hessische Hungen verlegt.Hochwald hatte das Werk in Weiding und die europäischen Rechte der Marke Bärenmarke 2003 vom Nestlé-Konzern übernommen.KommentarMeinung

Kein Grund zur SorgeDie Hochwald Foods GmbH hat ihre Baupläne in Thalfang zwischenzeitig aus unternehmerischen Gründen geändert. Das könnte natürlich Anlass für Gerüchte und Befürchtungen in Thalfang geben. Aber die Hochwald Foods GmbH ist tief in Thalfang verankert. Der Hunsrückort ist gewissermaßen sogar der Geburtsort der Genossenschaft, die hier bereits in den 1930er Jahren das erste Werk aufgebaut hat. Es bleibt offenbar bei der im Juni in einer Bürgerversammlung eröffneten Strategie der Hochwald Foods, Thalfang als Stammort des Unternehmens zu stärken und auszubauen. Hochwald Foods kann auf eine lange Jahre währende Zeit der Expansion zurückblicken. Das Unternehmen hat sich vom lokalen Verarbeiter von Rohmilch zu einem internationalen Milchkonzern entwickelt, der Milch nicht nur in Deutschland und Europa verkauft , sondern sogar bis nach Saudi-Arabien liefert und dort zu den bedeutendsten Milchmarken zählt. Deshalb gibt es derzeit keinen Anlass zur Sorge. Es bleibt bei der im Juni geplanten Produktionssteigerungsquote von 25 Prozent. Und es bleibt auch bei den Arbeitsplätzen, die zusätzlich im Thalfanger Werk durch den Neubau der Produktionslinie geschaffen werden. Letzten Endes sind es diese Arbeitsplätze, die zählen. Sie machen Thalfang für Menschen attraktiv, die eine Existenz im ländlichen Bereich aufbauen wollen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, des Bevölkerungsrückgangs vor allem im ländlichen Raum, ist das allemal ein positives Zeichen. hp.linz@volksfreund.deExtra: WO PRODUZIERT HOCHWALD FOODS?

Nach der Gründung des ersten Werks in Thalfang kamen folgende Standorte hinzu: Kaiserslautern, Hungen/Hessen, Hünfeld/Hessen, Erftstadt, Weiding/Bayern, Lüneburg und Bolsward in den Niederlanden.