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Hochwasserschutz in der Verbandsgemeinde Thalfang

Umweltschutz : Damit Thalfang nicht absäuft

Die VG rüstet sich gegen Überschwemmungen. In drei Jahren soll der Hochwasserschutz an Thalfanger Bach und kleiner Dhron fertig sein.

Hochwasservorbeugung im Hunsrück? Manch einer wundert sich und würde solche Maßnahmen eher im Moseltal erwarten. Tatsächlich aber sind auch Höhenlagen nicht vor Überschwemmungen sicher. Besonders in Dhronecken, wo sich der Thalfanger Bach und der Röderbach zur Kleinen Dhron vereinen, kam es in der Vergangenheit immer mal wieder zu gefährlichen Situationen. Steigt die Dhron, dann setzt sich das natürlich über Papiermühle bis Neumagen-Dhron fort, wo sie in die Mosel mündet.

Die Dhron ist aber kein Einzelfall, auch in anderen Gebieten in der Verbandsgemeinde Thalfang können lang anhaltende Regenfälle oder auch Schneeschmelzen zur Überschwemmung führen. Deshalb unterstützt das Land Rheinland-Pfalz seit mehreren Jahren Baumaßnahmen, die das verhindern. Dazu zählen die Renaturierung von Flüssen und Bächen, der Bau von Rückhaltebecken und Polderlandschaften.

Viele Bäche wurden in den 1970er Jahren mit Betonschalen teilkanalisiert, um zum Beispiel in der Flurbereinigung Ackerflächen klar abzugrenzen. Im Rahmen einer Renaturierung werden unter anderem diese Betonschalen wieder entfernt. Der Vorteil: Das Wasser fließt langsamer ab und verteilt sich stärker in der Fläche. In der benachbarten Einheitsgemeinde Morbach sind durch diese Maßnahme mehrere Polderlandschaften und Rückhaltebecken gebaut worden (der TV berichtete mehrfach). In der Verbandsgemeinde Thalfang gibt es ebenfalls mehrere Maßnahmen, um Hochwasser zu verhindern. Udo Keuper, Fachbereichsleiter Umweltplanung in der Verbandsgemeindeverwaltung, erläutert den Stand der Dinge.

Es gibt fünf Teilprojekte, die auf einen Zeitrahmen von rund zehn Jahren angelegt sind.  Die Teilprojekte 1 und 2 umfassten den Bau von Poldern bei Hilscheid. Teilprojekt 3 bezog sich auf den Bau von Erdbeckenanlagen im Bereich der Ortsgemeinde Thalfang. Mit dem Teilprojekt 4, mit einem Budget von 1,04 Millionen Euro, wird der Thalfanger Bach renaturiert. Teilprojekt 5 widmet sich der Renaturierung des Hohlbachflößchens im Bereich Hilscheid. Die Renaturierung des Thalfanger Bachs sei inzwischen abgeschlossen, so Keuper. Jetzt stehen noch Arbeiten am Röderbach und am Gothbach an. Dazu werden derzeit die Planungen gemacht. In etwa drei Jahren rechnet Keuper mit den Abschluss des Projekts. Die Renaturierung wirkt sich aber nicht nur auf den Hochwasserschutz aus. „Man kann im Bereich des Thalfanger Bachs schon sehr schön erkennen, dass sich dort eine Gewässeraue ausgebildet hat. Hier können nun mehr Arten leben als zuvor,“ sagt Keuper.

Das Flussgebietsentwicklungskonzept „Oberlauf Kleine Dhron“ wurde bereits 2008 für das Einzugsgebiet des Baches erarbeitet. Er nimmt seinen Anfang in Dhronecken, wo Thalfanger Bach und Röderbach zur Kleinen Dhron zusammenfließen. Sie mündet bei Papiermühle in die Dhron, einen Zufluss der Mosel. Voraussetzung für die Renaturierung von Thalfanger Bach und Röderbach sowie den kleineren Goth-, Odenschützer-, Loch- und Gröschelbach war der Bau mehrerer Rückhaltebecken.

Bereits im Vorfeld hatte das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel ein Flurbereinigungsverfahren eingeleitet. In dessen Verlauf wurden private Flächen in öffentliche umgewandelt: Kommunen kaufen sie über die Aktion Blau, ein Programm des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, das seit 1995 den naturnahen Rückbau von Gewässerläufen fördert.