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Höchstspannungstrasse Wittlich-Niederstedem: Verfahren geht weiter

Energie : Höchstspannungstrasse: Nächster Schritt steht an

Nächster Schritt zum Bau der nicht unumstrittenen Höchstspannungstrasse zwischen Wittlich und Niederstedem: Jetzt beginnt das Erörterungsverfahren. Wir erklären, was passiert und wie es weitergeht.

Zwischen Wittlich und Niederstedem im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die dritte und letzte Teilstrecke einer neuen Höchstspannungstrasse geplant, die in Metternich bei Koblenz beginnt. Jetzt steht für diesen Bereich der Eröterungstermin an.

Was ist geplant?

Das Dortmunder Unternehmen Amprion plant den Neubau einer 110-/380-Kilovolt-Höchstspannungsfreileitung zwischen Metternich bei Koblenz und Niederstedem  im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Die Leitung ist 105 Kilometer lang. Der erste Teilabschnitt von Metternich bis Pillig ist bereits fertiggestellt. Das Planfeststellungsverfahren zum zweiten Teilabschnitt geht von Pillig bis zur Umspannanlage Wengerohr. Der dritte Abschnitt von Wengerohr nach Niederstedem ist circa 39 Kilometer lang. Er umfasst den Neubau von 124 Masten und den Rückbau von 128 Masten. Das Vorhaben betrifft das Gebiet der Stadt Wittlich sowie die Bereiche der Verbandsgemeinden Wittlich-Land, Trier-Land, Speicher, Bitburger Land und Südeifel.

Was ist der nächste Schritt?

Im Planfeststellungsverfahren für den 39 Kilometer langen dritten und letzten Abschnitt zwischen Wengerohr und Niederstedem steht nun der Erörterungstermin an, wie die  Struktur-und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als zuständige Planfeststellungsbehörde mitteilt. Da die derzeitigen Rahmenumstände   aufgrund der Corona-Pandemie es nicht anders zulassen, wird das Verfahren online durchgeführt.

Welchen Zweck hat ein Eröterungstermin?

Ein  Erörterungstermin ist Teil eines Planfeststellungsverfahrens, ist nicht öffentlich und hat den Zweck, Einwendungen und Stellungnahmen mit den Beteiligten zu erörtern, diese über die vorgesehenen Maßnahmen näher zu unterrichten und nach Möglichkeit eine Einigung zu erzielen. Er dient dazu, die rechtzeitig erhobenen Einwendungen und Stellungnahmen mit den Beteiligten zu diskutieren. Zudem erläutert der Antragsteller seine Planungen und beantwortet offene Fragen.

Der Erörterungstermin soll so frühzeitig festgelegt werden, dass die Erörterung innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Einwendungsfrist abgeschlossen werden kann.

Beteiligte Behörden und Stellen, der Vorhabenträger, die Planfeststellungsbehörde und diejenigen, die fristgerecht Einwendungen erhoben haben, müssen über den Erörterungstermin  benachrichtigt werden.

Wie sind die Rahmendaten?

Die Online-Konsultation, die als Alternative zum Erörterungstermin vorgesehen ist, findet zwischen dem 9. August und 6. September  statt. Wer zur Teilnahme berechtigt ist, kann sich noch bis 6. September dazu registrieren lassen. Nach der Registrierung erhalten die berechtigten Teilnehmer  über eine geschützte Internetseite Zugang zu den sonst im Erörterungstermin zu behandelnden Informationen. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben, zu dem erörterten Sachverhalt Stellung zu beziehen. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die zuvor gegen das Vorhaben Einwendungen erhoben haben, alle sonstigen vom Vorhaben Betroffenen, die am Verfahren beteiligten Behörden, anerkannte Vereinigungen  wie Naturschutzverbände sowie die Amprion GmbH und Westnetz GmbH als Vorhabenträgerinnen.

Was kommt dann?

Nach dem Abschluss der Online-Konsultation ist das Anhörungsverfahren beendet. Die SGD Nord wird daraufhin als Planfeststellungsbehörde entscheiden, ob das Vorhaben zugelassen wird. Zuvor wird sie jedoch alle für und gegen das Vorhaben sprechenden Belange gegeneinander abwägen. Die Entscheidung wird öffentlich bekannt gemacht und zusätzlich auf der Internetseite der SGD Nord veröffentlicht. Informationen zur Registrierung gibt es  unter https://sgdnord.rlp.de/de/planen-bauen-natur-energie/energie/netzausbau/

 Die Kritik aus Salmtal

Vor allem aus der Gemeinde Salmtal gab es Kritik am Bau der Trasse, aber auch aus den Wittlicher Stadtteilen Neuerburg und Dorf.  Die Salmtaler setzen sich für eine Verlegung der Höchstspannungstrasse rund um den Ort ein. Doch das Unternehmen bleibt bisher bei seiner Ursprungsplanung,  unmittelbar am Ortsrand stehende alte Masten durch neue, größere zu ersetzen. Die Salmtaler schlossen rechtliche Schritte nicht aus.

Weiter Infos unter: www.sgdnord.rlp.de