Hörprobe mit Knalleffekt

Der vom Landscheider Gemeinderat geforderte Schießversuch auf der Sportanlage Landscheid hat ein unerwartetes Ergebnis gebracht: Die Veränderung der Schussbahn bedeutet weniger Lärm für Anwohner. Die Anlage ist zudem inzwischen aus Sicherheitsgründen von der Kreisverwaltung gesperrt worden.

Landscheid. So leise müsste es immer sein. Das werden sich viele Anwohner der Schießsportanlage Landscheid derzeit denken. Denn aktuell wird dort nicht geschossen. Grund dafür ist eine Anordnung der Kreisverwaltung. Die hatte festgestellt, dass Tontauben und Tontaubenstücke auch außerhalb der seit mehreren Jahrzehnten betriebenen Anlage niedergehen. Dies sei nach Auskunft von Manuel Follmann, Sprecher der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, bei einem Ortstermin festgestellt worden. Die Anlage dürfe erst dann wieder in Betrieb genommen werden, wenn diese Gefährdung abgestellt sei.
Ruhe nur vorübergehend



Die neue Ruhe wurde nun kurzzeitig unterbrochen. Hintergrund dafür ist das Vorhaben eines Investors, die Anlage zu modernisieren und auszubauen. Aus dem aktuell von einem Verein genutzten Gelände soll ein Zentrum für Schießsportler werden. Das beinhaltet auch mehr Betrieb an mehr Tagen im Jahr.
Gegen den Ausbau regt sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative fürchtet mehr Lärm vor allem für die Einwohner des Ortsteils Burg. Zwar gibt es ein von den Investoren in Auftrag gegebenes Lärmgutachten, das zum Schluss kommt, dass es im Vergleich mit der heutigen Nutzung leiser wird.
Dieses Gutachten sollte nach dem Willen des Gemeinderats in der Praxis überprüft werden.
Deshalb hallten trotz der Schließung der Anlage nun wieder Schüsse übers Land. Nach Auskunft von Anton Haubrich von der Verbandsgemeinde-Verwaltung Wittlich-Land nahmen daran sowohl Behördenvertreter als auch Bürger teil. Unter anderem wurden zehn Schüsse mit der bisher benutzten Munition abgegeben, während sich die Hörer in Burg aufhielten. In einer zweiten Serie kam die vom Investor vorgesehene Munition zum Einsatz. Zudem hielt sich der Schütze an die gegenüber dem aktuellen Zustand verschobene Schussrichtung. Nach Auskunft Haubrichs ist das Ergebnis eindeutig. "Alle Anwesenden haben bestätigt, dass die zweite Serie viel leiser war." Er selbst habe einige Schüsse überhaupt nicht gehört.
Nun ist der Gemeinderat wieder am Zug. Die hatte seine Zustimmung zum notwendigen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan an den Hörtest gekoppelt. Im dann ablaufenden Verfahren haben unter anderem auch die Bürger die Gelegenheit, ihre Anregungen zu äußern. Zudem muss der Verbandsgemeinderat Wittlich-Land den Flächennutzungsplan ändern, ehe aus dem aktuell gesperrten Schießstand ein Schießsportzentrum mit überregionaler Beutung werden kann.
Extra

Schießanlage: Rund 3,5 Millionen Euro will ein Investor aus Westfalen in die 40 Jahre alte Anlage in Landscheid investieren. Im Zuge der Arbeiten sollen Flächen saniert werden, die durch bleihaltige Munition belastet sind. Anlieger fürchten eine Zunahme des Lärms durch den Betrieb. har