Hoffen auf Nationalpark und kalten Winter
Erbeskopf · Die Finanzlage des Zweckverbands Wintersport, Natur- und Umwelterlebniszentrum Erbeskopf ist schlecht. Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. Sollte der Erbeskopf eines der Tore zum Nationalpark werden, dann gebe das einen Aufschwung, meinen die Mitglieder des Verbandes, der im Hunsrückhaus tagte.
Erbeskopf. Der Betrieb des Wintersport-, Natur- und Umweltbildungszentrums mit dem Hunsrückhaus kostet viel Geld. Das wurde bei der Vorstellung des Haushaltsplans in der Sitzung des Zweckverbands Erbes kopf deutlich.
Das Zahlenwerk weist für das Jahr 2014 einen Fehlbetrag von 157 550 Euro aus. Mit ein Grund für diese Entwicklung ist der Ausfall der vergangenen Wintersportsaison. Da es durchgehend zu warm war, konnten die Lifte nicht einen einzigen Tag in Betrieb genommen werden.
Im Haushalt 2014 sind deshalb nur fünf einträgliche Lifttage eingeplant. Auf diese hoffen die Betreiber für Ende diesen Jahres. Für die Mitglieder des Zweckverbands ist das aber kein Grund, sich vom Wintersport zu verabschieden. Josef Adams, zuständig für Wirtschaftsförderung und Regionalmarketing in der Verbandsgemeinde Thalfang, sagt, es gebe keinen Trend, dass die Lifttage insgesamt weniger werden.
150 000 Besucher und 33 Lifttage sind es pro Jahr im Durchschnitt am Erbeskopf. Nach Ansicht einiger Mitglieder des Zweckverbands ist der Wintersport der Zweig, bei dem auf dem Erbeskopf Geld verdient werden kann.
Das Defizit im Haushalt hat auch direkte Auswirkungen auf die Zweckverbandsmitglieder. Die müssen alle zusammen künftig 300 000 statt wie bisher 260 000 Euro im Jahr aufbringen. Dennoch kam bei der Versammlung des Zweckverbandes keine trübe Stimmung auf. Adams stellte den Entwicklungsplan vor. Der setzt vor allem auf die Möglichkeiten, die der Nationalpark bieten kann.
Wenn der Bereich Erbeskopf zu einem der Tore zum Nationalpark werde, bestehe die Möglichkeit, dass der Bekanntheitsgrad vor allem überregional erhöht werden könne, führte Adams aus. Dann könne für den Nationalpark im gesamten geworben werden. Auch neue Zielgruppen sollen angesprochen werden. Die Ganzjahresnutzung solle verbessert und damit auch die Wirtschaftlichkeit des Zweckverbandes erhöht werden.
Auch eine neue Ausstellung zum Thema Natur könnte dann die in die Jahre gekommenen Exponate im Hunsrückhaus ersetzen, ohne dass der Zweckverband viel Geld investieren muss.
Wie Adams sagte, habe das Land bei den bisherigen Gesprächen immer erklärt, dass die bisherigen Nutzungen wie Wintersport, Hochseilgarten und Sommerrodelbahn in die Philosophie des Nationalparks passen.Meinung
Glücksfall und Chance
Das Zentrum am Erbeskopf mit dem Wintersportgebiet, dem Hunsrückhaus und den privaten Einrichtungen Hochseilgarten und Sommerrodelbahn ist eine Bereicherung für die Region, die gerne genutzt wird. Die Zahlen mit rund 150 000 Wintersportlern im Durchschnitt und zwischen 17 000 und 22 000 Besuchern pro Jahr im Hunsrückhaus sprechen dafür. Im Jahr 2013 wurden 22 188 Besucher gezählt. Dennoch schreibt das touristische Zentrum seit Jahren rote Zahlen. Auch in Jahren, wenn der Skilift läuft und Einnahmen bringt. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen, da auch die Mitglieder des Zweckverbands, unter ihnen der Kreis Bernkastel-Wittlich und die VG Thalfang, klamme Kassen haben. Deshalb wäre ein Tor zum Nationalpark ein Glücksfall für die Region. Und vielleicht auf lange Sicht gesehen sogar die einzige Chance, um den Betrieb des Erbeskopfes zu sichern. Jetzt gilt es, alles zu tun, diese Chance zu ergreifen. mosel@volksfreund.de