Geschichte: Hoffnung auf Ferienpark und einen Investor

Geschichte : Hoffnung auf Ferienpark und einen Investor

BERNKASTEL-WITTLICH (ca) Ein Blick ins TV-Archiv brachte diese Themen, die vor 20 Jahren aktuell waren, ans Tageslicht.

Klares Votum für den Ferienpark: „Dies wird eine sehr kurze Sitzung, allerdings eine von weitreichender Bedeutung“, hatte Bürgermeister Hans-Peter Ehses angekündigt. Es ging um die Bedenken und Anregungen zum Bebauungsplan des „Mosel-Ferienparks“ und eine abschließende Beschlussfassung. Insgesamt sieben Bürger und 18 Träger öffentlicher Belange hatten ihre Bedenken und Anregungen zu Papier gebracht. Nachdem sich die Ratsmitglieder eindeutig zu ihrem Ferienpark bekannt hatten, war die Beschlussfassung über den aktualisierten Bebauungsplan schon fast Formsache. Hier stimmte der Rat einstimmig zu. Doch war nach wie vor Geduld angesagt: Fast 20 Jahre dauerte das Ringen um den Ferienpark damals schon. Und 20 Jahre später ist aus dem Projekt immer noch nichts geworden.

Erlebnis-orientierter Urlaub gefragt: „Event“ das ist das Zauberwort im Tourismus der Zukunft. Die Gäste von heute suchen den erlebnis-orientierten Urlaub: „Der touristische Markt der Zukunft muss ein Markt der Vielfalt sein. Ein Bett samt Wanderkarte und Spazierstock mit Klingel genügen heute nicht mehr“, sagte Adolf Meinung, Geschäftsführer des Fremdenverkehrs- und Heilbäderverbandes Rheinland-Pfalz anlässlich des ersten „Forums - Tourismus 2000“ in der Akademie Kues. Ziel der Veranstaltung, organisiert von der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues und der Mittelmoseltouristik, war, alle am Tourismus Beteiligten an einen runden Tisch zu bekommen, um Gedanken auszutauschen und Ideen zu sammeln. Gastredner Meinung hob hervor, dass der Erfolg des touristischen Konzeptes für die Zukunft etwas zu tun habe mit „Mut, Innovation, Kreativität und Service“. Denn die Gäste von heute suchten mehr als das Übliche. Und: Nur das event-orientierte Produkt im Tourismus weise Zuwachsraten auf. Mit Blick auf diese Entwicklung müssten die aus allen Bereichen am Tourismus Beteiligten kreativ sein in der Entwicklung der Produkte, in der Preisgestaltung sowie in der Zielgruppenentwicklung.

Zwischen Hoffen und Bangen: 85 Mitarbeiter des Sägewerkes Mettler-Holz in Hinzerath lebten zwischen Hoffen und Bangen. Hoffen, weil Reichsgraf Rudolf von Kesselstatt als einziger Interesse hat, in die angeschlagene Firma zu investieren und das Unternehmen weiter zu betreiben. Bangen, weil das Angebot des Föhrener Grafen abgelehnt wurde. Die Kreissparkasse Birkenfeld als Hausbank befand die Investitions-Summe als zu niedrig. Von Kesselstatt wollte aber auf keinen Fall mehr zahlen. Die Firma Mettler-Holz hatte im Januar 1999 Insolvenzantrag gestellt. Im Dezember waren 25 der 110 Beschäftigten entlassen worden. Aus dem Deal wurde letztlich nichts: 1999 wurde das Werk geschlossen. Sieben Jahre lang lag die Industriefläche danach brach. Ein Investor aus der Eifel hatte das mit Schadstoffen belastete Gelände 2003 erworben. Monatelang passierte jedoch nichts. Im August 2006 rückten Bagger und Steinbrecher an und begannen, einen Teil des Sägewerks dem Erdboden gleichzumachen.

Bis die Gemeinde Morbach im Jahr 2015 Höchstwerte für Lärmemissionen festlegte, um zu verhindern, dass sich in den leer stehenden Hallen wieder laute Industriebetriebe ansiedeln war nur ein Drittel des rund 15 Hektar großen Geländes genutzt – mit einer Photovoltaikanlage.

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