Hohler Klang und Pilzbefall

Sie ist ortsbildprägend, und jeder der von Wittlich aus nach Plein fährt, sieht sie. Viele haben dort schon Rast gemacht.

Gemeint ist die alte Eiche neben dem Marienkapellchen kurz vor Plein. Seit mehr als 200 Jahren steht sie dort, da sind sich die Experten sicher, aber das genaue Alter ist nicht bekannt.
Jetzt beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Naturdenkmal, denn es soll genauer auf seinen Gesundheitszustand hin untersucht werden. Ortsbürgermeister Johannes Gerhards: "Die Eiche macht uns ein bisschen Sorge, denn sie klingt in einem Bereich hohl, und sie hat Pilzbefall. Wir wollen sie jetzt genauer von Experten untersuchen lassen."
Im vergangenen Jahr wurde die Eiche, die einen Umfang von 3,75 Meter hat, für 400 Euro geschnitten. Und vielen Menschen ist der Baum, der beim Kreis seit 1938 als Naturdenkmal registriert ist, sehr wichtig.
Ein Ort der Besinnung


So wie der Familie Biernat aus Plein. Barbara Biernat geht regelmäßig mit mehreren Frauen im Ort spazieren, auch entlang der Eiche. Sie berichtet: "Drei bis viermal im Jahr frühstücken wir dort unter dem Baum, und das ist wunderbar. Die Bänke, das Kapellchen und die Aussicht, es ist ein Ort der Besinnung."
Ihr Mann Karl meint: "Wenn der Baum wegkäme, wäre das eine Katastrophe, man sollte alle Möglichkeiten auschöpfen, um den Baum zu erhalten." Auch Friedel Rhoden findet den Baum einmalig. Er fragt sich: "Was soll der Baum schon alles gesehen haben?"
Für den ehemaligen Ortsbürgermeister Gregor Koller ist klar, dass die Eiche die meisten Pleiner Bürger schon gesehen hat. Er ist ein beliebtes Fotomotiv, auch für die Ortsvereine. Und natürlich Touristen und Menschen, die Pause machen. "Denn der Ausblick ist einfach wunderschön", sagt Koller. Der Platz mit Eiche und Kapellchen ist auch Ausgangspunkt für Spaziergänger, und früher haben sich hier auch mal Verliebte getroffen. "Manches Paar, das früher den Weg an der Eiche entlanggegangen ist, hat für das Wegstück mehr als zwei Stunden gebraucht", berichtet er schmunzelnd.
Was mit dem Baum passiert, wird erst entschieden, wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind. Darum kümmert sich Ortsbürgermeister Johannes Gerhards momentan. chb