Holz bringt den Gemeinden Geld

Das Forstamt Hochwald in Dhronecken feiert am 7. Mai sein 200-jähriges Bestehen. Von dort aus werden 20.000 Hektar Wald verwaltet.

Wer zur alten Burg in Dhronecken fährt, begibt sich auf eine kleine Zeitreise. Alte Bäume säumen die Landstraße, die von Thalfang in den Ort führt. Die kleine Dhron plätschert vor sich hin, Vögel zwitschern und man könnte kaum vermuten, dass von dieser Burg aus seit 200 Jahren eine Waldfläche von 20?000 Hektar verwaltet wird - das sind in etwa 20?000 Fußballfelder. Schließlich wird die eigentliche Forstarbeit im Wald verrichtet.

Und von der Burg aus wird diese Arbeit seit 200 Jahren gesteuert. Am Sonntag, 7. Mai, startet eine große öffentliche Feier, in der das Forstamt seine Arbeit vorstellen wird. "Unser Amt verwaltet Waldflächen in den Verbandsgemeinden Thalfang, Hermeskeil, Ruwer und teilweise auch in Trier-Land und Schweich," erklärt Bernhard Buss, Leiter des Forstamtes.

Das Gebiet umfasst somit 56 Ortsgemeinden, von der Mark Thalfang bis nach Hermeskeil. Die Wälder rund um Hermeskeiler kamen 2015 hinzu, als wegen der Gründung des Nationalparks die früheren Forstämter Hochwald (damals Sitz in Hermeskeil) und Dhronecken fusionierten.

Dass die Waldflächen sich auf verschiedene Kommunen verteilen, ist kein Zufall, sondern zeugt von der Geschichte des Forstamtes. Nach den napoleonischen Kriegen wurde Europa im Wiener Kongress territorial neu aufgeteilt. Die Westseite des Rheins ging an Preußen, der Pfälzer Wald an Bayern und der Birkenfelder Wald nach Oldenburg. "1817 wurde das Forstamt gegründet und die Verhältnisse neu geordnet. Die Preußen waren nun die Landesherren. Das war ein schmerzhafter Eingriff in das Leben der Bevölkerung", sagt Buss. Denn plötzlich gab es Regeln für die Waldnutzung. Die Menschen durften kein Brennholz mehr schlagen und ihr Vieh nicht mehr in den Wald treiben. Das war aber auch notwendig, denn die Wälder der Region waren in der vorangegangenen Zeit extrem ausgebeutet worden. Die Preußen begannen damit, Fichten anzupflanzen, um ein nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen.

"Heute sind wir aber ein Dienstleistungsbetrieb für die Gemeinden, denn inzwischen können wir ja etwas liefern", sagt Buss. Von den 20?000 Hektar Waldfläche sind 13.000 Hektar Gemeindewald, 3500 Hektar Staatswald und 3500 Hektar Privatwald. "In unserem Gebiet laufen jeden Tag mehrere Harvester, das sind automatische Erntemaschinen", sagt Buss. 25 LKW fahren pro Arbeitstag im Durchschnitt 600 Festmeter Holz zu den Kunden.

Im Jahr 2016 hat der öffentliche Wald Einnahmen von 7,5 Millionen Euro erzielt. Nach Abzug der Kosten kam dabei ein Nettoertrag von 1,5 Millionen Euro zusammen. Diese Einnahmen werden anteilsmäßig an die Gemeinden ausgeschüttet. Hermeskeil erhielt zum Beispiel 200.000 Euro. "Holz als nachwachsender Rohstoff ist begehrt. Das ist ein wichtiges Vermögen für die Kommunen", sagt Buss. Auch heute noch ist die vorwiegende Baumart, die rasch nachwächst und sich gut vermarkten lässt, die Fichte mit einem Anteil von 37 Prozent. Diese großflächige Verwaltung sei in Hinblick auf die Nachhaltigkeit sinnvoll, denn nur so könne in entsprechenden Mengen aufgeforstet werden.

Die vor 200 Jahren für die Bürger schmerzhafte "preußische Rosskur" ist damit zum Erfolgsmodell geworden.

Das Programm:
Zum 200-Jährigen laden Gemeinde und Forstamt zum "Tag der offenen Burg" am Sonntag, 7. Mai, ab 10 Uhr ein. Es wird ein abwechslungsreiches Programm geboten: Neben der Möglichkeit zur Besichtigung eines modernen Harvesters kann die Burg besichtigt werden, es wird zudem Bogenschießen angeboten, die kleinen Gäste können sich beim Spielen und Basteln mit Holz betätigen oder die Tiere des Waldes näher kennenlernen. Es gibt Informationen rund um "Wald und Forst", auch für die Verpflegung ist gesorgt.

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