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Holzhackschnitzel ersetzen Öl und Gas

Holzhackschnitzel ersetzen Öl und Gas

Fünf Schulen, zwei Sporthallen und das Hallen- und Freibad: Das Schulzentrum in Bernkastel-Kues hat große Dimensionen. Noch wird jeder Trakt separat mit Öl oder Erdgas beheizt. Geplant ist aber eine umweltfreundliche Energieversorgung aus einem Guss.

Bernkastel-Kues. Im Februar 2009 hat ein Ingenieurbüro für Versorgungstechnik den Auftrag bekommen, Pläne für eine Nahwärme-Versorgung des Schulzentrums in Bernkastel-Kues zu erstellen. Schon aus logistischen Gründen ist dies keine einfache Aufgabe.

Schließlich betrifft die Planung das Nikolaus-von-Kues-Gymnasium (mit Sporthalle), die Freiherr-vom-Stein-Realschule, die Berufsbildenden Schulen, die Burg-Landshut-Schule, die Hauptschule, das Hallen- und Freibad und die große Sporthalle. Die drei letztgenannten Objekte werden von der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues getragen, die übrigen vom Kreis. Und der Energiebedarf wird weiter steigen, weil eine weitere Sporthalle und ein Mensa-Gebäude geplant sind. Statt jedes für sich mit Öl und Erdgas sollen die Gebäude ihren Energiebedarf aus einer Quelle decken: mit Holzhackschnitzeln, also einem nachwachsenden Rohstoff der zudem die Umwelt schont.

Die Kosten für das Blockheizkraftwerk und die umfangreichen Technik (einschließlich Versorgungsleitungen) sind auf 2, 672 Millionen Euro taxiert. Da kommt das Konjunkturprogramm II von Bund und Land gerade recht. Eine Million Euro fließt daraus als Zuschuss. Knapp 1,3 Millionen werden zudem als zinsloses Darlehen gewährt. Die VG und der Kreis zahlen es zwischen 2012 und 2015 in 16 Raten ab. "Und zwar aufgeteilt je nach Verbrauch der dem Kreis und der VG gehörenden Gebäude", erläutert Heiner Nilles, Büroleiter der VG-Verwaltung Bernkastel-Kues. Genauso gehen die beiden Kommunen bei dem nicht durch Zuschüsse und Darlehen gedeckten Restbetrag von rund 274 000 Euro vor.

Damit die Zuschüsse nicht verfallen, muss die Anlage spätestens Ende 2011 stehen. Durch sie sollen etwa 15 Prozent der bisherigen Energiekosten eingespart werden. Wichtig für die Umwelt: Der Ausstoß von CO2 (Kohlendioxid) soll sich um 57 Prozent verringern.

Noch unklar sei, so Heiner Nilles, ob Kreis und VG selbst als Bauherr auftreten oder dies einem Unternehmen überlassen. "Wir werden die weiteren Schritte mit der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues besprechen und am 1. März im Kreisausschuss einen Vorschlag unterbreiten", sagte Landrätin Beate Läsch-Weber gestern im Kreisausschuss.