1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Holzverkauf saniert Reiler Haushalt

Holzverkauf saniert Reiler Haushalt

Der Erlös aus dem Verkauf von Nutzholz nach dem Sturmtief Xynthia hat in den Jahren 2010 und 2011 der Gemeinde Reil erhebliche Mehreinnahmen beschert. Der Forsthaushalt 2011 schließt mit einer Rekordeinnahme von 430 000 Euro ab. Das sind 350 550 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt.

Reil. Trotz aller Freude über die Rekordeinnahmen aus dem Forst relativiert Ortsbürgermeister Artur Greis die Haushaltslage der Gemeinde. Nach seiner Ansicht werde der Forstetat in den nächsten Jahren Minusbeträge erwirtschaften, weil durch den Windbruch zahlreiche Aufforstungen auf die Gemeinde zukommen und dadurch mit einem geringeren Holzeinschlag zu rechnen ist. Der Ortsbürgermeister stellte dem Rat den Nachtragshaushalt vor. Während man bei der Aufstellung des Haushaltsplans im Ergebnishaushalt mit einem Fehlbedarf von 177 000 Euro rechnen musste, wird jetzt ein Jahresüberschuss von 96 000 Euro erwartet. Auch im Finanzplan rechnet die Gemeinde statt mit einem ursprünglichen Fehlbedarf von 144 000 Euro jetzt mit einem Überschuss von 135 000 Euro.
Die guten Ergebnisse des Nachtragsplans tragen dazu bei, dass zur Finanzierung der Investitionen ein langfristiger Kreditbedarf nicht mehr erforderlich ist. Eingeplant ist noch eine Restabwicklung des zinslosen Darlehens aus dem Konjunkturprogramm II in Höhe von 7 700 Euro. Zur Vorfinanzierung des restlichen Landeszuschusses für den Sportplatz Reil ist auch ein Zwischenkredit von 100 000 Euro vorgesehen. Ob dieser Kredit überhaupt aufgenommen werden muss, hängt von der Gesamtkassenlage beim Jahresabschluss 2011 ab.
Trotz der diesjährigen guten Finanzlage wird die Gemeinde Reil dem vom Land aufgelegten Entschuldungsfonds beitreten. Eine der Voraussetzungen dazu ist die Anhebung der Realsteuersätze nach den Vorgaben des Landes. Hier beschloss der Gemeinderat Reil ab dem Jahre 2012 die Hebesätze der Grundsteuer A auf 320 Prozent, der Grundsteuer B auf 350 Prozent und der Gewerbesteuer auf 370 Prozent zu erhöhen. khg