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Hopfen, Malz und Heidekraut

 Auch sie bereiten sich auf den Erntedankumzug vor (von links): Alice Thiele, Monika Ewertz, Bettina Plein und Jutta Wallerius zählen zur Gruppe der Niersbacher Heidefrauen und basteln Sträuße und Kränze aus Heidekraut, die beim Umzug verschenkt werden. TV-Foto: Klaus Kimmling
Auch sie bereiten sich auf den Erntedankumzug vor (von links): Alice Thiele, Monika Ewertz, Bettina Plein und Jutta Wallerius zählen zur Gruppe der Niersbacher Heidefrauen und basteln Sträuße und Kränze aus Heidekraut, die beim Umzug verschenkt werden. TV-Foto: Klaus Kimmling FOTO: Klaus Kimmling (m_wil )
Niersbach. Wenn Imker neben "Hedelischgippscha" laufen, dann ist in Niersbach und seinem Ortsteil Greverath Erntedankumzug. Alle drei Jahre zieht der große Zug mit Motivwagen und Fußgruppen durch den Ort. Am 11. September ist es wieder soweit. Petra Willems

Niersbach. Wie viele Getränke müssen besorgt werden? Wann müssen sie wie gekühlt werden? Genügen die Helfer, die während des Umzugs, davor und danach Dienst tun? All diese Fragen und noch viele mehr haben sich die Mitglieder des Organisationsteams des großen Erntedankumzugs in Niersbach-Greverath in den vergangenen Wochen und Monaten gestellt und beantwortet. Zwar kann das Septett auf viel Erfahrung zurückgreifen — der Umzug in diesem Jahr am 11. September ist der 19. insgesamt, zum ersten Mal zog er 1962 durch den Ort - dennoch gibt es viel zu besprechen und zu regeln.
Seit rund sechs Monaten trifft sich das Team regelmäßig, jetzt, in der heißen Phase, werden die Abstände zwischen den Treffen immer kürzer. Etliche Stunden sind so zusammengekommen, in denen geplant, diskutiert und organisiert wurde. Am Tag des Umzugs selbst, der alle drei Jahre durch den 720 Einwohner zählenden Ort zieht, ist dann ein Vielfaches Mehr an Menschen auf den Beinen, um zum Beispiel wie die Feuerwehrleute die Strecke zu sichern oder an den Ständen an der Strecke und am Bürgerhaus Dienst zu schieben. Aus den umliegenden Dörfern helfen ebenfalls Freiwillige und machen stundenweise Dienst an Getränke- oder Essensständen. Damit das klappt, haben die Vereins- und die Gemeinderatsmitglieder aus dem Ort in den vergangenen Monaten und Jahren ebenfalls in den Nachbargemeinden fleißig mitgeholfen bei deren Festen.
Die Niersbacher selbst gehen auch fast alle im Umzug mit: Neun Wagen werden in diesem Jahr unterwegs sein und sechs Fußgruppen, jede nach ihrem Motto: als Imker, Viez oder Hopfen und Malz, um nur einige zu nennen. "Die Gruppen denken sich jedes Jahr neue Motive aus", sagt Elke Krumeich, die derzeit als Beigeordnete des Orts die vakante Ortsbürgermeisterstelle vertritt. "Es ist jedes Jahr ein großes Geheimnis, wie die einzelnen Gruppen aussehen werden." Denn gewerkelt und gebaut wird immer im Verborgenen. Zwar würden die Wagen vorher in punkto Sicherheit geprüft, aber außer den Prüfern bekommt sie keiner zu sehen. An der Strecke erwarten die Organisatoren in diesem Jahr wieder mehrere Tausend Menschen, die von den Zugteilnehmern traditionell — wie bei einem Karnevalsumzug - mit Essen und Getränken, passend zum jeweiligen Motto, versorgt werden.
Wer an die Strecke will, um zuzuschauen, bekommt vorher eine besondere Eintrittskarte ans Revers geheftet. "Statt Karten gibt es in diesem Jahr bunte Fähnchen, die man für zwei Euro an den verschiedenen Ortseingängen kaufen kann", sagt Krumeich.
Nach dem Umzug treffen sich Zuschauer und Teilnehmer an und in der Halle, um zu feiern. Neben Tanzmusik am Abend spielen am Nachmittag Musikvereine, und es wird ein Kinderprogramm angeboten. Außerdem ist tagsüber das Dorfmuseum in der Töpferstraße geöffnet.
Am Sonntag, 11. September, startet der große Festumzug um 13.30 Uhr im Ortsteil Greverath und zieht weiter in Richtung Niersbach.