1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Horath und Büdlich wollen nicht zum Moseltal zählen

Horath und Büdlich wollen nicht zum Moseltal zählen

Die Debatten um den aktuellen Entwurf des Landesentwicklungsplans dämpfen Hoffnungen auf Windkrafteinnahmen. In der Verbandsgemeinde Thalfang konkret betroffene Orte wie Horath und Büdlich beziehen nun dazu Stellung.

Horath/Büdlich. Die moselnahen Orte der Verbandsgemeinde Thalfang sollten nicht in die "historische Kulturlandschaft" entlang des Flusses einbezogen werden. Mit dieser Sichtweise schließen sich die Ortsgemeinderäte Horath und Büdlich der des Rates der Verbandsgemeinde (VG) an. Wie berichtet, spricht er sich für eine Begrenzung auf Flächen außerhalb der VG aus. Anlass der Stellungnahmen ist der aktuell diskutierte Entwurf des Landesentwicklungsplans (Lep) IV. In ihm formuliert Mainz Vorgaben, die Aspekte wie Wasser- und Umweltschutz oder Mindestabstände wie zu Häusern und Stromleitungen berücksichtigen. Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende könnte auch Waldgebiete für Windkraft öffnen. Der Lep IV. fasst die Schutzzonen jedoch weiter als erwartet.
So bezieht er Randgebiete des mit Blick auf den Tourismus besonders geschützten Moseltals mit ein. Sollte das bindend werden, müsste sich Horath von Plänen, auf den Haardtkopfhöhen bis zu acht Anlagen zu errichten, verabschieden.
Dabei würden sie weder den Blick auf Burgen noch auf Steillagen oder Schieferweinbergsmauern beeinträchtigen, sagt Ortsbürgermeister Egon Adams. Und sie wären von der Mosel aus nicht zu sehen - selbst von Schloss Veldenz aus nicht. Geplant in Fichten- oder Windbruchflächen würden sie auch keine schützenswerten Waldgebiete zerschneiden. Da Merschbach angrenzend Anlagen plant, könnte zudem im Sinne der Landesziele ein ganzer Windpark entstehen.
Wie Horath ist auch Büdlich daran gelegen, die Grenzen der Mosel-Kulturlandschaft enger zu ziehen. Laut Ortsbürgermeisterin Gabriele Schleimer ist ein zweites Windrad denkbar. Eines dreht sich seit Jahren im Park oberhalb von Berglicht. Noch nicht Stellung bezogen hat das ebenfalls betroffene Heidenburg. Horath und Büdlich werden wie die VG ihre Stellungnahmen nicht nach Mainz, sondern zur Planungsgemeinschaft Region Trier schicken. Sie legt im alle zehn Jahre überarbeiteten Raumordnungsplanung detailliert fest, wo sich Räder drehen dürfen.
Der Lep gibt nur grobe Grenzen für Ausschlussgebiete vor. Das Trierer Büro ist zuständig für die Kreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel sowie die Stadt Trier. Sobald alle Kommunen die Chance hatten, sich zum Lep zu äußern, wird der Ministerrat entscheiden - laut Wirtschaftsministerium voraussichtlich im kommenden Frühjahr. urs