Horath unterstützt die Thalfanger Fusionspläne
Horath · Der offene Jugendraum, weitere potenzielle Windkraftflächen und die derzeit unverzichtbare Debatte um die Kommunalreform haben den Horather Ortsgemeinderat beschäftigt.
Horath. Der von Horather Jugendlichen im Rahmen der Dorfmoderation vermisste "offene" Jugendraum wird schon bald Wirklichkeit werden. Der Ortsgemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen. Als Übergangslösung - langfristig will der Rat einen festen Raum schaffen - werden am rückwärtigen Eingang der Hochwaldhalle zwei Wohncontainer aufgestellt. Die Verantwortung für das reibungslose Miteinander in ihrem Domizil sollen die Jugendlichen selbst übernehmen. Auch bei den anstehenden Handwerksarbeiten sollen sie mit anpacken.
Nachdem sie sich mit dem Kreisjugendpfleger Peter Caspers getroffen hatten, hätten sich bereits einige junge Leute für eine Betreuerschulung angemeldet, sagte der Horather Ortsbürgermeister Egon Adams dem TV. Adams empfindet diese Art der Jugendarbeit als sehr wichtig. Im Gegensatz zu Angeboten von Vereinen oder Verbänden biete sie "einen offenen Raum, den Kinder und Jugendliche in Eigenverantwortung ausfüllen können".
Ein weiteres Thema der Beratung im Gemeinderat waren die Fusionsgespräche im Zuge der Kommunal- und Verwaltungsreform. Die Horather Räte unterstützen einvernehmlich den Wunsch der Verbandsgemeinde Thalfang, nur als Ganzes zu fusionieren. Ebenso befürworteten sie die geplanten Gespräche mit dem möglichen Partner, der Einheitsgemeinde Morbach. Um einer Zwangsfusion vorzubeugen, sollte die in acht Monaten endende Freiwilligkeitsphase unbedingt genutzt werden, mahnte Adams: "Dann nämlich sinkt der Handlungsspielraum gegen null." Als direkter Nachbar des Morbacher Ortsbezirks Haag stünde Horath einem etwaigen Anschluss in diese Richtung offen gegenüber. Nach Einschätzung des Rates tendieren auch die Bürger mehrheitlich nach Morbach. Der einzige Knackpunkt sei das Konstrukt der Einheitsgemeinde mit ihren eingemeindeten Ortsbezirken, so Adams. Die Lösung dieses Problems sei allerdings Sache der Politik.
Auch in Sachen Windkraft ist sich der Rat einig. Mit Blick auf die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Verbandsgemeinde will man weitere Flächen ausweisen lassen. Die Gespräche, die mit den Betreibern des Windparks bei Berlicht, der Wiesbadener Firma ABO Wind, geführt wurden, zeigten, dass es ratsam sei, weitere Flächen einzubeziehen. Ansonsten könnten spätere konkrete Planungen zu sehr eingeengt werden, begründete Adams. Zur etwaigen Anzahl von Anlagen auf Horather Gemarkung hielt er sich bedeckt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Öffnung des Raumordnungsplanes gibt es für ihn derzeit zu viele Unwägbarkeiten, weshalb er keine falschen Hoffnungen wecken möchte. urs