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Horather Wald schreibt schwarze Zahlen

Kommunalpolitik : Horather Wald schreibt schwarze Zahlen

Es war einiges zu beschließen und auf den Weg zu bringen in der ersten Sitzung nach der Wahl des neuen Horather Ortsbürgermeisters. Dabei ging es unter anderem auch um den Friedhof und den Wald.

(urs) Die Liste der Tagesordnungspunkte, mit denen Jan Steffes als neuer Ortsbürgermeister von Horath durchstartete, war lang. Sie reichte von der Verpflichtung von Stefan Rentmeister als nachrückendem neuen Ratsmitglied bis zu diversen Informationen und formellen Entscheidungen und von Baulandvermarktung und der Verbesserung des Notfall-Alarmsystems bis zu Forst- und Friedhofs-Themen.

So wurde beispielsweise beschlossen, dem Ersten Beigeordneten Helmut Thielen einen neu gebildeten Geschäftsbereich zu übertragen. Neben Aufgaben im Zusammenhang mit dem Bauhof und dem Friedhof schließt er  auch die Zuständigkeit für Gemeindebedienstete mit ein. Außerdem wurde beschlossen,   dass die Gemeinde Tablets für alle Ratsmitglieder kauft, was Papier- und Druckkosten sparen soll. Beschlossene Sache darüber hinaus ist die Begrenzung der Redezeit bei künftigen Beratungen auf drei Minuten. Auf mehrfachen Wunsch aus dem Rat kann vor besonderen Debatten eine längere Zeitspanne vereinbart werden.

Die Vermarktung von Bauland im Baugebiet „Sonnenseite II“ war ein weiteres Thema im Rat. Dafür sollen Werbetafeln an den Ortseingängen den Verkauf ankurbeln. Neben Hinweisen auf die Grundsteuer-B-Befreiung in Horath sollen auch Grundstückspreise genannt werden, was in der nächsten Sitzung abschließend beraten werden soll.

Desweiteren soll das Alarmsystem für Feuerwehr, Rettungsnotdienst und Katastrophenschutz verbessert werden. Im Bereich des Sportplatzgeländes ist dafür eine zusätzliche Funkmastantenne vorgesehen, für die die Gemeinde mit Pachteinnahmen rechnen kann. Die für den Friedhof im Zuge von Umgestaltungen beschlossenen Rasengräber sind im unteren Teil, links des Treppenaufgangs, vorgesehen, Rasen-Urnengräber im oberen Bereich.

Von besonderem Interesse für Horath als Waldeigentümer ist der einstimmig beschlossene Forstwirtschaftsplan für 2021. Peter Meyer, Leiter des Forstreviers Büdlicherbrück mit insgesamt acht kommunalen Waldeigentümern, stellte ihn vor. Bemerkenswert ist, dass der Plan von zirka 10 370 Euro Überschuss ausgeht. Das ist zwar deutlich weniger als die noch in 2017 gut 100 000 Euro plus. Doch nach drei sehr trockenen Jahren müssen landesweit viele Gemeinden mit roten Waldbewirtschaftungszahlen leben. Grund dafür sind massive Schäden durch den sich stark vermehrenden Borkenkäfer. Davon betroffen ist zwar auch Horath. Doch derzeit gute Preise für Douglasien- und Eichenholz machen das noch mal wett. Meyer sieht die Gemeinde daher auf einem guten Weg. Zumal in der Vergangenheit viele Dou­glasien gepflanzt worden seien. In der Hoffnung auf möglichst weiterhin schwarze Zahlen empfahl er, für den Gemeindewald zudem eine sogenannte PEFC-Zertifizierung zu beantragen.

Das Siegel basiert auf Vereinbarungen auf anfangs europäischer Ebene, inzwischen aber darüber hinaus. Für die Revierverwaltung bringt eine Zertifizierung laut Meyer zwar Mehrarbeit wie wegen zusätzlich erforderlicher Dokumentationen mit sich. Doch andererseits es sei davon auszugehen, dass künftig nur noch für zertifizierte Forstbetriebe Zuschüsse zu erwarten seien. Der Rat entschied sich daher einstimmig dafür – auch mit Blick auf die Zertifizierungskosten in Höhe von 50 bis 60 Euro pro Jahr für den gesamten Horather Wald. Die Preise für Brennholz bleiben unverändert auf dem Niveau des laufenden Jahres. Abschließend informierte Steffes über einen ersten Schritt in Richtung „Zukunfts-Check Dorf“, der vom Land geförderten Initiative. „Das müssen wir jetzt angehen“, machte er deutlich, dass ihm die Teilnahme im Interesse des Dorfes und der Dorfgemeinschaft am Herzen liegt. Exakt zwei Wochen nach der Ratssitzung sei nun ein Termin geplant, bei dem sich erst einmal Ratsmitglieder und Vereinsvertreter umfassend informieren könnten. Zu den Plänen für die heutige Hochwaldhalle, die für einen Neubau mit Feuerwehrhaus weichen soll, informierte Steffes über noch zu nehmende Hürden wie Gespräche mit Behörden wie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion.