AUS DEM ARCHIV April 2018: Hotel wartet auf neuen Investor

AUS DEM ARCHIV April 2018 : Hotel wartet auf neuen Investor

Das Familienhotel in Horath ist seit dem 31. Oktober 2017 geschlossen. Das ehemalige Hochwälder Vorzeigeobjekt wird wohl zwangsversteigert.

Was ist los mit dem Familienhotel Hochwald? Das fragen sich derzeit viele Horather. Denn das 160-Betten-Hotel oberhalb des 415 Einwohner zählenden Dorfes, in dem in besten Zeiten bis zu 75 Mitarbeiter tätig gewesen sind, die bis zu rund 30 000 Übernachtungen jährlich bewältigt haben, steht seit dem 31. Oktober 2017 leer. Der Grund: Über den Verein Haus Hochwald e.V., Träger des Familienhotels, ist laut öffentlicher Bekanntmachung des Amtsgerichtes Köln „wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ am 1. Juni 2017 das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Helmut Haumann vom Vorstand des Vereins gibt als Grund für die Überschuldung eine geänderte Gesetzeslage an, die auch Ferienstätten anderer gemeinnütziger Träger in Probleme gebracht habe. Denn um seine Gemeinnützigkeit zu behalten, müsse der Verein nachweisen, dass zwei Drittel der Gäste bestimmten Kriterien unterliegen. Dazu gehören beispielsweise Schwerbehinderungen oder ein niedriges Einkommen. Eine unpraktikable Lösung, sagt Haumann: „Um diesen Nachweis zu führen, bräuchten wir von jedem Gast eine Steuererklärung. Wir gehen davon aus, dass unsere Klientel diesen Kriterien entspricht, aber der Nachweis ist das Problem“, sagt er. Ein Musterprozess, den der Verein geführt habe, sei ohne Erfolg gewesen.

Auch die Richter hätten die unpraktikable Lösung erkannt, hätten aber im Sinne des Gesetzes urteilen müssen. Die Gesetzesänderung habe zu hohen Steuernachzahlungen von „etlichen 100 000 Euro“ geführt, sagt Haumann. „Es blieb uns nichts anderes übrig, als in die Insolvenz zu gehen.“

Wie geht es weiter mit dem Ferienhotel in Horath? Mechthild Greve vom Rechtsanwaltsbüro Lieser in Koblenz, das die Zwangsverwaltung des Grundstücks übernommen hat, sagt, dass das Hotel über den Winter gegen Frosteinflüsse gesichert worden sei. In Kürze soll das Anwesen von einem Gutachter bewertet werden. Dann komme es vor dem Amtsgericht Trier zur Zwangsversteigerung. So werde versucht, einen Investor zu finden. Haumann sagt, es liefen parallel Gespräche darüber, ob ein anderer gemeinnütziger Verein die Ferienanlage übernimmt und im ursprünglichen Sinn weiterführt. Zudem wolle man weiter einsetzen dafür, dass die  Politik die genannten Vorschriften ändere.

Burkhard Graul, erster Beigeordneter der VG Thalfang, hofft, dass es im Familienhotel weitergeht. Der Tourismus in der VG Thalfang habe auch in Verbindung mit dem Haus Hochwald und seiner vielfältigen Infrastruktur einen hohen Stellenwert, sagt er.

Das Anwesen mit seiner exponierten Lage und Blick auf den Erbeskopf biete ein hervorragendes Entwicklungspotenzial, sagt er. „Wir sind zuversichtlich, im Insolvenzverfahren eine gute Nachfolgelösung zu finden“, sagt er.