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Tourismus: Hoteliers der VG Wittlich-Land hoffen auf gutes zweites Halbjahr

Tourismus : Hoteliers der VG Wittlich-Land hoffen auf gutes zweites Halbjahr

Trotz drastischer Einbrüche während des Lockdowns gibt die Tourismusbranche in der VG Wittlich-Land nicht auf.

Es hatte so gut angefangen und die Zahlen waren vielversprechend: Wie Dennis Junk, Bürgermeister der VG Wittlich-Land sagt, versprachen die Übernachtungszahlen in der Verbandsgemeinde im Januar und Februar ein überaus erfolgreiches Tourismusjahr. In den beiden ersten Monaten des Jahres seien deutlich mehr Übernachtungen gebucht worden als noch im Januar und Februar 2019.

Die genauen Zahlen: Im Januar 2019 zählte die Verbandsgemeinde 1498 Übernachtungsgäste mit 8565 Übernachtungen. Anfang dieses Jahres waren es beispielsweise im Januar 2690 Übernachtungsgäste mit 10 892 Übernachtungen und damit ein deutliches Plus. Junk: „Aus touristischer Sicht waren wir wirklich gut gestartet.“

Doch dann kam die Coronapandemie und machte die Hoffnung auf ein Rekordjahr im Tourismus zunichte. Im April kamen gar nur 286 Übernachtungsgäste in die VG Wittlich-Land.

Zum Vergleich: Im Vorjahresmonat waren es  6331. Manch ein Gastronom und Hotelier fürchtete seitdem gar um seine Existenz. Die Zahlen besserten sich aber Monat für Monat: Im Juni kamen mit 6225 Übernachtungsgästen im Vergleich zum Vorjahr nur noch rund 2600 Gäste weniger.

Für die Tourismusbranche stellt sich nun die Frage: Wie geht es nach zwei Monaten Lockdown und drei Wochen mit eingeschränktem Betrieb jetzt weiter? „Wenn wir hier kein Risikogebiet werden und keinen weiteren Lockdown mehr bekommen“, sagt Junk, dann könne das ein sehr gutes zweites Halbjahr werden. Mit etwas Glück könne die Verbandsgemeinde bei den Übernachtungszahlen vielleicht sogar noch ein Drittel des Defizits ausgleichen.

Das gesamte Defizit bei den Übernachtungszahlen lasse sich, so Junk, natürlich nicht mehr ausgleichen. Es sei aber festzustellen, sagt Junk, dass mittlerweile deutlich mehr Familien in die Region kämen, um  dort ihren Urlaub zu verbringen. Das zweite Halbjahr könne sich aus touristischer Sicht also durchaus gut gestalten.

Der Bürgermeister zeigt sich damit zuversichtlich. Wie sehen das die Hoteliers? Sehen sie das zweite Halbjahr auch so erfolgsversprechend? Der TV hat beim größten Hotel in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, bei Molitors Mühle in Eisenschmitt, nachgefragt:

„Für Prognosen bin ich eigentlich  nicht zuständig“, sagt Michael Molitor, Inhaber des Vier-Sterne-Hotels Molitors Mühle mit 40 Zimmern und 80 Betten.

Doch wie der Hotelier aus Eisenschmitt sagt, sehe es im Moment ganz gut aus. Da viele Bürger auf Fernreisen verzichten würden oder diese gar nicht erst möglich seien, kämen viele inländische Touristen. „Es kommen immer mehr und so langsam auch aus den Beneluxländern.“

Dabei müssten diese gewisse Hürden meistern und einen Test auf sich nehmen, erklärt Molitor. „Dabei nimmt nicht jeder gerne solche Hürden in Kauf.“ Es sei dennoch eine verstärkte Nachfrage der Urlaubsgäste aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg spürbar.

Aber wie wird das zweite Halbjahr, von dem nun bereits ein guter Monat rum ist, ausgehen?

Molitor: „Im Prinzip könnte es sein, dass es gut ausgeht, wobei man es nicht weiß. Ich lasse es deshalb auf mich zukommen.“

In seinem Haus, sagt Molitor, sei es jedenfalls kein Problem, die Hygieneverordnungen umzusetzen. „Seit wir wieder dürfen, haben wir geöffnet. Die Gäste haben hier genug Platz um sich auszubreiten.“ Ab dem 10. Juni durften wieder alle Bereiche des Hotels geöffnet werden, also auch der gesamte Spa-Bereich mit Pool, Saunalandschaft, Badesee und Fitnessraum. Wellness-Behandlungen waren bereits drei Wochen vorher schon wieder erlaubt.

Gemäß der aktuell gültigen Coronaverordnung gelte im Haus  Maskenpflicht. Wer durch die Flure schreite oder zum Buffet gehe, der müsse eine Maske tragen. „Draußen ist alles ohne Maske erlaubt.“

Aber wäre das durch den Lockdown verursachte Defizit noch aufzuholen? „Neun Wochen Lockdown und drei Wochen reduzierter Betrieb mit Teilöffnung“, sagt Molitor, „ das werden wir nicht mehr aufholen.“

Dennoch könne am Ende des Jahres noch eine schwarze Zahl stehen. „Aber die Zahlen aus 2019 sind natürlich nicht erreichbar.“ Nach zwei Monaten der Schließung und einem Monat mit maximal 50 Prozent Umsatz, sagt Molitor, „holt man das nicht mehr auf“.

Aber: „Wir wissen natürlich nicht, was der Herbst bringt.“ Ein zweiter Lockdown wäre aber ganz sicher ein K.O.-Schlag für schwarze Zahlen am Jahresende, für die er die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe.

„Aber sollte es so weitergehen, wie es aktuell läuft, dann muss ich Bürgermeister Junk Recht geben“, sagt der Hotelier aus Eisenschmitt.