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Hoteliers und Gewerbeverein fordern Stromanschluss für Schiffsanleger

Hoteliers und Gewerbeverein fordern Stromanschluss für Schiffsanleger

Traben-Trarbacher Hoteliers ärgern sich über Lärm und Abgase der Fahrgastschiffe. Denn die stillen ihren Energiebedarf mit schiffseigenen Generatoren, und die Schiffsführer weigern sich, den Strom vom Netz zu beziehen. Ein Kompromiss soll die Situation entschärfen.

Traben-Trarbach. Nicht nur privaten Anrainern der Mosel sind Lärm und Abgase der Fahrgastschiffe ein Ärgernis. Hotelier Matthias Ganter aus Traben stören das Dröhnen und der Gestank der Schiffe. Sein Hotel liegt gegenüber dem Anleger in Traben, der vergrößert werden soll (der TV berichtete).

"Bei den liegenden Schiffen laufen Tag und Nacht die Generatoren. Die kühlen mit 1000 PS ihre Getränke. Im Sommer können meine Hausgäste wegen des Lärms und des Gestanks nicht auf dem Balkon frühstücken. Da wehen teilweise schwarze Wolken auf unser Hotel zu. Da muss ein Stromanschluss hin", fordert Ganter. Dass die Passagiere der Hotelschiffe vor seiner Haustür landen, dagegen hat er nichts einzuwenden. Doch die Emissionsbelastungen möchte er nicht hinnehmen. Schließlich könnten die Schiffe über Stromanschlüsse am Anleger mit Strom versorgt werden - ohne Krach und Abgase.

"Es gibt keine konkreten Vorschriften für Schiffe, was Lärm- und Abgas-Grenzwerte angeht. Maßgebend ist das Attest bei der Zulassung des Schiffes", erklärt Klaus Kürten, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Trier. Zuständig bei Beschwerden über zu viel Motorenlärm und Abgase ist die Wasserschutzpolizei. In den meisten Fällen geht jedoch alles mit rechten Dingen zu, auch wenn eine subjektive Belästigung durch Lärm und Abgase durchaus besteht. "Wir gehen Beschwerden nach, wenn übertrieben starke Abgasbelästigungen vorliegen. In 95 Prozent der Fälle ist allerdings alles in Ordnung", sagt Achim Bartholome von der Wasserschutzpolizei Bernkastel-Kues.

"Für uns ist jeder Urlauber ein Gewinn, der bei uns landet", meint Thorsten Kamphausen, Vorsitzender des Gewerbevereins Traben-Trarbach. "Ich möchte die Schiffsanleger nicht verschreien - aber die müssen nicht direkt vor den Hotels liegen." Er plädiert für die Stromanschluss-Variante.

Situation auch auf Bernkastel-Kues übertragbar



Genau da liegt die Krux: "Es gibt keinen Benutzerzwang für die Kapitäne der Schiffe", sagt Klaus Kürten. Somit sind die Schiffseigener nicht verpflichtet, den Stromanschluss an den Anlegern für ihren Energiebedarf zu nutzen. Weitaus billiger lässt sich mit den schiffseigenen Generatoren der Strom produzieren.

Gereon Haumann, Vorsitzender des Kreisverbandes Bernkastel-Wittlich des Hotel- und Gaststättenverbands, begrüßt die Hotelschiffe, da sie Gäste nach Traben-Trabach bringen. "Ich plädiere daher für einen Kompromiss." Denkbar wäre für Haumann ein Gebührenprinzip, welches die Stadt den anlegenden Schiffen offerieren könnte. Zudem sei bei Liegezeiten der Schiffe eine Sperrstunde möglich, in der zur Nachtzeit die Schiffe den Strom vom Netz nehmen oder ansonsten höhere Anlegegebühren zahlen müssten. So könne die Ruhe der Gäste vor Ort gewährleistet werden.

"Da sollten sich die kreativen Köpfe an einen Tisch setzen", sagt Haumann.

Doch der Stromanschluss ist im derzeitigen Plan für den Schiffsanleger ausgeklammert, da die Schiffseigner den Anschluss aller Wahrscheinlichkeit nicht nutzen. Dieter Kettermann, Hotelier aus Bernkastel-Kues, erzürnt sich darüber, dass die Stadt Traben-Trarbach den Ausbau des Schiffsanlegers mit Steuergeld finanziert, ohne dass dort ein Stromanschluss geplant sei. Gewerbetreibende würden dadurch vor den Kopf gestoßen. Die Situation in Traben-Trarbach lasse sich dabei auf Bernkastel-Kues übertragen. In seinem Hotel habe es bereits Fälle gegeben, dass Hausgäste wegen des Lärms abgereist seien.