Hottenbacher "Kuhstreit" geht in die nächste Runde
Der "Kuhstreit" geht weiter: Die Beschwerde des Hottenbachers Rüdiger Barth wegen zu lauten und andauernden Brüllens von Kühen in der Nähe seines Wohnhauses ist noch nicht vom Tisch.
Rhaunen. (vm) Widerspruch hat Rüdiger Barth mit Blick auf die Entscheidung der Verbandsgemeinde Rhaunen, nicht gegen das angeblich zu laute Kuhgebrüll in Hottenbach (der TV berichtete) vorzugehen, eingelegt. Die VG Rhaunen hatte ihre Entscheidung überdacht und kam erneut zu dem Ergebnis, dass es aus ihrer Sicht keinen Handlungsbedarf gebe.
Hintergrund: Barth hatte die VG-Verwaltung Rhaunen dazu aufgefordert, einzuschreiten und entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten. Bürgermeister Wolfgang Becker hatte daraufhin ein Rundschreiben samt Umfrage an die Anwohner verfasst, in dem er Barths Beschwerde aufgreift.
Nach Paragraf 10 des Landesimmissionsschutzgesetzes müsse die Verwaltung mittels ordnungspolizeilicher Verfügung und/oder Bußgeld gegen die Viehhalter tätig werden, wenn das Brüllen des Weideviehs tatsächlich die Intensität einer "erheblichen Belästigung" erreichen würde. Becker: "Aus meiner Sicht liegt keine erhebliche Belästigung vor. Das haben auch Anwohner bestätigt, mit denen wir Kontakt aufgenommen haben. Sie fühlen sich in keinster Weise belästigt. Das wäre möglicherweise der Fall, wenn hier ein Gewerbebetrieb ansässig wäre, durch den von morgens bis abends Lärm verursacht werden würde."
Der Verwaltungschef betont: "Wir haben die Sache durchaus ernst genommen." Nun landet der Hottenbacher "Kuhstreit" wohl beim Kreisrechtsausschuss in Birkenfeld. Dort wird dann über Barths Widerspruch verhandelt werden. Stellt sich dabei heraus, dass der Widerspruch rechtens ist, könnte der Hottenbacher, der bei der Kommunalwahl im Juni Ortsbürgermeisterkandidat war und scheiterte, das Verwaltungsgericht einschalten.
Barth hatte sich angesichts der Umfrage unter den Anwohnern und der Reaktion der Verbandsgemeindeverwaltung, die nach seiner Meinung überhaupt kein objektives Bild der Situation erhalten wolle, provoziert gefühlt. Es seien Bürger befragt werden, die weit entfernt wohnen.
Becker, dem Barth eine Tonbandaufnahme des Kuhgebrülls vorgespielt hatte, dazu: "Ich habe Barth die Namen der Anwohner mitgeteilt." Und: Der Hottenbacher habe in diesem Fall keine Chance.