Hühner verhinderten Schlimmeres

Auf vorsichtige Fahrweise wollte der Autor des Artikels "Zusammenstoss von zwei Automobilen" in der Zeitschrift "Automobil-Welt" hinweisen. Dabei beschrieb er die Geschehnisse in Hetzerath, bei der Hühner auf der Straße einen schlimmen Unfall verhinderten.

Hetzerath. "Beim Passieren des Ortes Hetzerath hatte ich das Tempo meines neuen 30 PS-Opel Darracq selbstredend herabgemildert und kurz vor einer scharfen Biegung nach rechts aus Rücksicht auf einige Hühner sogar auf höchstens acht Kilometer pro Stunde verlangsamt."

So beginnt der Bericht eines Autofahrers in der August-Ausgabe der "Automobil-Welt" von 1903 über einen Zusammenstoß zweier Automobile.

Josefine Richter aus Hetzerath hat diesen Artikel bereits vor Jahren von ihrer Schwägerin aus Bamberg erhalten und aufgehoben.

Mit einer Prise Humor und einer blumig ausgeschmückten Sprache erzählt der Autor von dem schnellen Wandel im Verkehr. Beispielsweise schreibt er "Wir - das heißt meine Frau und mein Hausarzt mit Frau, ohne den ich schon gar nicht mehr fahre - befanden uns auf einer Mosel- Tour..."

"Zählten wir doch vor vier Jahren während unserer 3000 Kilometer nach Italien nur fünf Wagen, die uns begegneten; heute aber lohnt es sich gar nicht mehr zu zählen" ..."und wir hatten anfangs noch einen Heidenrespekt, wenn plötzlich vor uns ein Ungetüm auftauchte und schnaufend auf uns zueilte, um uns im nächsten Augenblick auf der schmalen Straße in eine undurchdringliche Staubwolke zu hüllen."

Hauptsächlich wollte der Autor des Artikels seine Automobil fahrenden Kollegen zur Vorsicht mahnen, damit sich ein Zusammenstoß, wie es ihm passiert ist, nicht wiederholt.

Ob bei dem Unfall Personen verletzt wurden, ist nicht bekannt, denn der Artikel ist nicht mehr vollständig vorhanden.

Die Fotos, die zu dem Bericht abgedruckt waren, zeigen allerdings, dass der Opel Darracq deutlich weniger beschädigt war als das andere Auto, das an dem Unfall beteiligt war.

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