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Hüter eines besonders kostbaren Erbes

Hüter eines besonders kostbaren Erbes

Ein Gremium mit Tradition: Der Verwaltungsrat des St. Nikolaus- Hospital Bernkastel-Kues besteht seit 558 Jahren. Eines der wichtigsten Mitglieder ist Karl-Heinz Seidel, der lange Jahre die Geschicke leitete. Er und drei andere Männer wurden verabschiedet.

Bernkastel-Kues. Am 3. Dezember 1458 erließ Nikolaus Cusanus eine Satzung über die Ordnung und den Betrieb des von ihm gestifteten St. Nikolaus-Hospitals im damals eigenständigen Cues. Dieses Werk ist 558 Jahre später immer noch gültig. Mehr Tradition geht nicht! In der Satzung steht geschrieben, dass dem Verwaltungsrat drei Vertreter der Stadt und drei Vertreter der Kirche angehören. Viele Männer haben seither in dem Gremium mitgearbeitet. Einer davon ist Karl-Heinz Seidel: Mehr als 30 Jahre lang gehörte er dem Verwaltungsrat an, mehr als 21 Jahre davon leitete er ihn auch. Doch irgendwann ist es Zeit für den Abschied. Neben Seidel wurden in einer Feierstunde Paul Pastor (seit 23 Jahren dabei), Dr. Hans Rothschenk (20 Jahre) und Gerhard Müller (zehn Jahre) verabschiedet. "Sie alle haben daran mitgewirkt, das kostbare Erbe von Nikolaus Cusanus zu bewahren", würdigte Leo Hofmann, der Rektor des St. Nikolaus Hospitals das Wirken der vier Männer.
Er hob das Engagement von Karl-Heinz Seidel heraus: "Sie haben die Geschichte mitbeeinflusst und mitgestaltet", sagte der Geistliche. In Seidels Zeit seien Bauarbeiten gefallen, die einen hohen Kostenaufwand erforderlich machten. Während seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Verwaltungsrats sei er auch mehrfach kommissarischer Leiter des Hospitals gewesen, weil die Rektorenstelle unbesetzt war. Dazu seien zwei Jubiläumsjahre gekommen: der 600. Geburtstag des Stifters im Jahr 2001 und die Feiern zum 550. Todestag im Jahr 2014. Besonders 2001 sei viel Prominenz angereist, unter anderem der damalige Bundespräsident Johannes Rau. Seidel habe alles mit "Verlässlichkeit, Beständigkeit und Verantwortungsbewusstsein" gemanagt. "Manchmal ist er auch bei den Behörden angeeckt", berichtete Hofmann. Auch Stadtbürgermeister Wolfgang Port würdigte das Wirken der vier Männer: "Ohne solche Leute wäre die Gesellschaft um einiges ärmer." Zu Karl-Heinz Seidel gewandt, sagte er: "Er war überall, wenn es um Cusanus ging."
In seinen Dankesworten klärte Seidel darüber auf, dass er schon seit 1943 mit dem Cusanusstift verbunden sei. "Damals war ich Messdiener", berichtete er. Seidel hob auch das Engagement des früheren Verwaltungsratsvorsitzenden Helmut Gestrich hervor: "Er hat viel für das Stift getan." cb