Hüttenparty und Ballzauber

BERNKASTEL-KUES. Hungern und dürsten muss kein Gast, der nach Bernkastel-Kues kommt. Doch die richtige Lokalität zu finden ist nicht ganz einfach. Die Betriebe des wiederbelebten "Gastronomischen Spiegels" wollen die Wahl erleichtern.

Ostern stellte den ersten touristischen Höhepunkt in der Fremdenverkehrssaison dar. An solchen Tagen war und ist in Bernkastel-Kues jeder Gastronomie-Betreiber seines eigenen Glückes Schmied. Auf Dauer betrachtet wollen zumindest 21 Restaurant- und Café-Betreiber, die Mitglieder des "Gastronomischen Spiegels", die Zusammenarbeit pflegen und damit die Gastlichkeit in der Stadt ein weiteres Stück nach vorne treiben.Gutscheinheft ist gut angenommen worden

Die Vereinigung wurde im September 2003 wiederbelebt. In den ersten Monaten ist bereits viel geschehen. Ein Flyer wurde aufgelegt, in dem die Öffnungszeiten in den Wintermonaten dargestellt wurden. "Alle 20 000 Exemplare sind weg", berichtet Vorsitzender Stefan Krebs. Diese Offenlegung der Öffnungszeiten war wichtig. Krebs: "Manche Betriebe haben im Winter sechs Wochen zu, andere zwei Wochen, manche gar nicht." Der Gast, der in dieser Zeit in die Stadt der Rebe und des Weines kommt, wolle aber wissen, wo er essen kann. Die Freunde guten Essens konnten sich auch anhand eines Gutscheinheftes orientieren. 500 Hefte (Preis je 20 Euro) seien verkauft worden, berichtet Krebs. Die Bons stellten einen Gegenwert von 300 Euro dar. Ziel war es, Gäste aus den umliegenden Orten anzuziehen. Ganze Gruppen hätten sich gebildet, stellt Krebs zufrieden fest. Die Vereinigung war außerdem beim verkaufsoffenen Sonntag im November, beim Weihnachtsmarkt, beim Gewerbeball und bei der Gewerbeschau präsent. In der Fremdenverkehrssaison habe jeder Betrieb genug mit sich selbst zu tun, berichtet Krebs. Deshalb werde es in dieser Zeit zu keinen gemeinsamen Aktionen kommen. Die beginnen wieder in der Vorweihnachtszeit. Terminiert ist unter anderem am 6. November ein "Spiegelball" im Weinmuseum. An diesem Abend wird auch das Gutscheinheft für den Winter 2004/05 vorgestellt. Es kommt allerdings schon im September in den Verkauf. An Silvester wird auf dem Marktplatz eine Hüttenparty organisiert. Dafür sollen mehrere Häuschen vom Weihnachtsmarkt stehen bleiben. "Vom Wetter her ist das zwar ein Risiko", sagt Stefan Krebs, "aber solche Aktionen werden gewünscht, und es gibt eine Tendenz der Leute an Silvester auf den Marktplatz zu gehen." Der Stadtrat hat dieser Veranstaltung bereits zugestimmt. Alle diese Aktivitäten dienen in erster Linie dazu, die Nebensaison, speziell die Monate Januar, Februar und März, mit kulinarischem Leben zu erfüllen. Deshalb soll es in absehbarer Zeit gerade in dieser Zeit wieder "Lukullische Wochen" geben. So etwas hatte schon der alte "Gastronomische Spiegel" im Jahr 1973 eingeführt. Im Idealfall stellen dann Lokale wochenweise ihr Speisenangebot unter ein besonderes Motto.Krebs: Betriebe können noch zufrieden sein

Insgesamt, so Krebs, könnten die alt eingesessenen Betriebe in der Stadt mit den wirtschaftlichen Verhältnissen "noch zufrieden sein". Natürlich gebe es in einer vom Massentourismus geprägten Stadt "grundsätzliche Probleme". Deshalb sei für den "Gastronomischen Spiegel" auch der "individuelle Gast" das Objekt der Begierde. Für Kollege Norbert Hansen ist die Wiederbelebung des "Spiegels" eine "tolle Sache": Er und Stefan Krebs sind sich aber auch über die Bedeutung des Innenmarketings klar: "Ein kollegiales Miteinander und die Bereitschaft gegenseitige Empfehlungen auszusprechen." Diese Empfehlungen sollen auch für das Verhältnis zur übrigen Geschäftswelt gelten.