Hulamädchen auf der Titanic

ARENRATH. Da gab es einiges zu gucken für die Damen! Während sonst bei Kappensitzungen zur Freude der Männer Tänzerinnen die Bühne beherrschen, gab es in Arenrath ein Männerballett nach dem anderen zu sehen.

Wer bisher gedacht hatte, dass Männerballett lediglich eine Ansammlung alberner Kerle mit haarigen Bäuchen und strammen Waden bedeutet, wurde in Arenrath eines Besseren belehrt. Phantasievolle Kostüme, teilweise beeindruckende Akrobatik und flotte Tanzschritte beherrschten beim Männerballettfestival den Abend. Immerhin gab es ja auch Pokale zu gewinnen.Wichtig: Das Lächeln nicht vergessen

Die Jury bestehend aus fachkundig dreinschauenden Damen und einem Herren hatten somit schwierige Entscheidungen zu treffen. Kriterien, die zu beachten waren, gab es sehr viele: Kostüme, Kulisse, Requisiten, Show, Schwierigkeiten und - nicht zu vergessen - der Gesichtsausdruck, also bitte immer schön lächeln! Maximal zehn Punkte konnte jedes Jurymitglied vergeben.Außer Konkurrenz startete das Männerballett Arenrath. Ganz allerliebst als Gnome mit langen krummen Nasen, roten wilden Haaren und grünen Gewändern brachten sie das Publikum gleich zu Anfang in Stimmung.Die Vorjahressieger, die Heckenländer Dreamboys, eröffneten den Wettkampf. Unter lautem Jubel der Damenwelt, fast so als hätten die "Chippendales" die Bühne betreten, boten die jungen sportlichen Männer eine Vorstellung mit einiger Akrobatik. Gekleidet waren sie in weißen Overalls, die männliche Waden und Bäuche züchtig verhüllten.Ebenfalls laut bejubelten die Gäste die Biersdorfer Stauseenixen. Bei ihnen ging es etwas gemächlicher zu, was allein schon durch die Kostüme bedingt war: Sie mimten hawaiianische Hulamädchen, die, wie Moderator Jörg Follmann bemerkte, "gut durch den Winter gekommen waren". In anderen Worten: sie hatten (künstliche) Riesenbäuche und Riesenbrüste.Eine zweite Ausgabe von Hawaiimädchen boten die Quickies vom SV Niederkail. Auch sie begeisterten. Mit ihrem Outfit hatten sie sich viel Mühe gemacht.Ein ganz anderes Programm hatten die Herren vom KV Narrenfrösche vorbereitet. Gebrechlich mit Stock humpelten sie als alte Männer und Frauen auf die Bühne, um dort aber eine kesse Sohle aufs Parkett zu legen.Die Sieger des Abends, das Männerballett vom KV Dreis, eröffnete die zweite Halbzeit. Sie tanzten zu irischer Musik und stellten Szenen aus dem Dritte-Klasse-Deck der Titanic dar.Sie punkteten mit einer guten Tanzvorstellung und vielen Requisiten. Die Herren hatten sich mit ihren Cordhosen und Hemden eher schlicht gekleidet.Auch die übrigen teilnehmenden Vereine hatten viel Phantasie bewiesen, so dass der Abend wirklich Abwechslungsreiches bot. Das Männerballett Welschbillig trat als Russen auf, das Männerballett aus Niederkail begeisterte mit dem schönsten Bühnenbild und ihrem Auftreten als arabische Scheichs. Die Herren aus Spangdahlem versetzten die Zuschauer ins Discofieber der 70er Jahre, während die Vorstellung der Truppe aus Mehring einen Einblick in den Alltag von Straßenarbeitern bot.Damit die Herren im Publikum nicht völlig leer ausgingen, bot die Tanzgruppe Flashlights ebenfalls zwei Tanzvorstellungen. Die Zuschauer genossen in Arenrath einen flotten und lustigen Abend.

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