Hunderte Haushalte ohne Anschluss

Einkäufe nur bar zahlen, auf Telefon und Surfen im Netz verzichten: Das galt am Dienstag für viele Menschen im Kreis Bernkastel-Wittlich. Unter anderem war auch die Polizei außer über den Notruf 110 nicht zu erreichen. Schuld war ein bei Straßenbauarbeiten zwischen Wittlich und Wengerohr beschädigtes Glasfaserkabel.

Bernkastel-Wittlich. In Wittlich, Bernkastel-Kues, Morbach, Zeltingen-Rachtig, Traben-Trarbach, Osann-Monzel und weiteren Orten ist es wegen eines beschädigten Glasfaserkabels am Dienstag ab 11 Uhr zum Ausfall des Internets und der Telefonverbindungen gekommen. Das bestätigte die Telekom.
Betroffen war auch die Polizei, zum Teil auch in der Eifel, aus der ansonsten keine Störungen bekannt wurden. Allein der Notruf 110 funktionierte aber überall. Die Polizeiinspektionen in Wittlich, Bitburg, Prüm, Bernkastel-Kues, Zell und auch die Polizeiwache in Traben-Trarbach hatten ansonsten mit Verbindungsproblemen zu kämpfen, sagt Karl-Peter Jochem, Sprecher des Polizeipräsidiums Trier. Die Auswirkungen waren unterschiedlich.
Polizei weicht auf Funk aus


Wollte man die Polizei in Wittlich anrufen, hörte man ein Dauerbesetztzeichen. In Bernkastel-Kues war es so, dass man von außen anrufen konnte, die Polizei aber selbst - außer mit privaten Han-dys - nicht telefonieren konnte. Bei Verbindungen ohne Vorwahl allerdings klappte es. "Wir sind darauf angewiesen, dass die Telekom das repariert. Derweil kommunizieren wir über Funk", sagte Karl-Peter Jochem am Dienstag gegen 15 Uhr zum Stand der Dinge.
Telekom-Pressesprecher André Hofmann sagte auf TV-Nachfrage: "Ursache sind Straßenbauarbeiten an der B 50 zwischen Wittlich und Wengerohr. Unsere Techniker arbeiten dran." Ein Teil der Verbindungen seien bis 13 Uhr wiederhergestellt worden, etwa die in Bernkastel-Kues. In der Kreisstadt Wittlich dauerte die Störfallbehebung länger.
Der Internet-Ausfall führte auch dazu, dass nicht mehr mit EC-Karten bezahlt werden konnte. An der Wittlicher Total-Tankstelle in der Friedrichstraße hat Josef Porten bis 13.30 Uhr allein 20 Kunden abweisen müssen, die bargeldlos zahlen wollten. Er sagt: "Ich komme nicht mal mit dem Telefon raus. Gut, dass ich ein Handy habe. Da habe ich bei der Vodafone-Störungsstelle angerufen. Die haben gesagt, da wäre was Größeres in der Nähe von Trier, die Telekom arbeite daran."
Josef Porten sagt weiter: "Eben war ein Kunde da, der hat eine Firma. Der hat gesagt: ,Wir können unser Büro zumachen. Da geht ohne Internet gar nichts mehr.\'"
Auf Störungen eingestellt


Im Geschäft Fressnapf hängt schon hinter der gläsernen Eingangstür ein Schild: "Verehrte Kunden, wegen eines technischen Defekts sind derzeit leider keine EC-Zahlungen möglich." "Wir hatten schon öfters kurze Störungen, deshalb haben wir die Schilder auf Reserve", sagt Renate Fritz, Verkäuferin, "Was da los ist? Wir wissen gar nichts Genaues." Eine Wittlicherin zahlt an der Kasse in bar. Ist das ein Problem für sie? "Für mich überhaupt nicht, weil ich nie mit Karte bezahle." "Für mich wäre es eins", sagt Alex Ferres, "Ich habe selten Geld dabei. Da muss man halt gucken, wo die nächste Bank ist." "Das wird voraussichtlich den ganzen Tag so sein", sagte Michael Blau von Blauconcept. "Wir arbeiten weiter über UMTS. Ich habe eine Rufumleitung aufs Handy geschaltet. Wir sind ja ein Telekommunikationsladen. Das kann natürlich nicht jeder." Er selbst hat auch 25 Minuten in der Störungsnummer-Warteschleife gewartet. "Dann haben die gesagt, es sei eine regionale Störung im Vorwahlbereich 065. Die Telekom arbeite daran."
Am Abend ist sie immer noch damit beschäftigt. "Noch ist kein Ende in Sicht", sagte Telekom-Sprecher Georg-Stephen McKinney.