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Hunderte ziehen bei Regionalbündnis SooNahe mit

Hunderte ziehen bei Regionalbündnis SooNahe mit

Ein Verein, der zehn Jahre alt wird, hat eigentlich noch keinen Grund, Jubiläum zu feiern. Doch das Regionalbündnis Soonwald-Nahe ist in kurzer Zeit eine selbstbewusste Bewegung mit wirtschaftlicher Bedeutung für die Region zwischen Nahe und Mosel geworden.

Bad Sobernheim. (red) Mit 30 Gründungsmitgliedern startete das Regionalbündnis im Januar 2001 sein "Vereinsleben", gab sich feste Strukturen und strebte eine Finanzausstattung für Projekte an.

Inzwischen sind 482 Mitglieder eingeschrieben - Kreis, Verbandsgemeinden, Firmen, Politiker, Institutionen wie Dienstleistungzentrum Ländlicher Raum (DLR), Weingüter, der Verband der Prädikatsweingüter, Handwerksbetriebe, Initiativen, Kurhäuser, Vereine, Jäger, Förster, Privatleute.

"Vielleicht schaffen wir 2011 die 500", hofft der Vorsitzende Rainer Lauf. Es gehe aber nicht um Mitgliederwerbung um jeden Preis, vielmehr stehe die Idee im Vordergrund: Wir vernetzen und bewegen. So gelang es nicht zuletzt durch die sieben erfolgreichen Tage der Region, von Wallhausen bis Idar-Oberstein und von Bad Münster-Ebernburg bis Simmern stets neue Interessentengruppen zu gewinnen und zur Mitarbeit anzuregen.

Zukunftsweisende Projekte im Jubiläumsjahr



Ein hohes Lob richtet Lauf auch an die Kreisverwaltung, wo mit den Entwicklungsexperten Thomas Braßel, Marco Rohr und Manfred Schäfer Projekte in Sachen Wirtschaftsförderung (Regionalmarke), Tourismus (Naturpark) oder Energie (Winterbacher Energieforum) richtungweisend in Gang gekommen sind.

Lauf erinnert sich: "Heimat hat Zukunft war 1997 in Eckweiler das Motto. Wir wollten den Naturpark fördern, statt uns das Pro-Welt-Projekt auf dem Pferdsfelder Flugplatz überstülpen zu lassen. Es hat sich gezeigt, dass wir mit unseren Themen richtig lagen."

So will das Regionalbündnis auch im "Jubiläumsjahr" zukunftsweisende Projekte anschieben. Dazu gehört die Ausweitung der Lebensmittelproduktion. Bei der Futtermitteldebatte hat sich das Regionalbündnis eingemischt, will die heimische Landwirtschaft stärker einbinden. Beispielsweise bei der Fleischerzeugung. Vom zertifizierten Futtermittel, der Schlachtung von Schweinen und Rindern (Wolf in Woppenroth) bis zum Zerlegebetrieb (Beisiegel Bad Kreuznach) und dem Verkauf in der Frischfleischtheke steht die Handelskette.

Bei den Bäckern will man jetzt nachlegen - der frühere Bäcker Beck wirbt bei Kollegen um Teilnahme am SooNahe-Projekt, damit mehr Bauern Getreide liefern können. Beim Fleisch ist Michael Herrmann aus Rhaunen zu Kollegen unterwegs, kümmert sich um gentechnikfreie Futtermittel. Inzwischen gibt es immerhin 120 Erzeuger und 25 Verkaufsstellen.

Der Verein profitiert von Lizenzgebühren. Mitgliedsbeiträge bringen jährlich rund 6000 Euro in die Kasse. Für Projekte werden aber 30 000 bis 40 000 Euro ausgegeben. Mit Sponsorengeldern, Landesfördermitteln oder Zuschüssen der deutschen Umwelthilfe für das Flussprojekt Lebendige Nahe oder Unterstützung für die SooNahe-Benutzerdatenbank werden die Einzelmaßnahmen finanziert. So wurden auch die Tage der Regionen stets unterstützt.

In diesem Jahr werde es übrigens keine zentrale Veranstaltung geben, kündigt Lauf an. Vielmehr sei im September und Oktober geplant, etliche Veranstaltungen vom Bauernmarkt in Kreuznach bis zum Handwerkermarkt in Kirn durch SooNahe-Beiträge zu bereichern. "Wir wollen ja auch nicht als Konkurrenz auftreten."

Vernetzen und bewegen ist schließlich das Motto. Und da hat das Regionalbündnis einiges im Köcher. Bei der Marke geht es jetzt darum, die Handwerkerschaft zu fördern. Derzeit werden Kriterien entwickelt, um Betrieben und Bürgern die Marke nahezubringen.

Beim Thema Gesundheit und Naturpark laufen Projekte. So sollen jetzt die Weiher in Bad Sobernheim renaturiert werden.

Thema ist auch der Verein selbst. Angeregt durch eine Gruppe von Betrieben unter Federführung des Vitalresorts Menschel (Meddersheim) ist eine Zertifizierung in Vorbereitung.

Der Verein will sich neuen Mitgliedern wie ein Glashaus präsentieren: "So läuft das bei uns ab. Jeder kann sich informieren."

Informationen über das Regionalbündnis gibt es auch unter www.regionalbuendnis.de und www.soonahe.de