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Hunsrücker Touristiker setzen auf Hunde-Freunde

Freizeit : Thalfang kommt auf den Hund

Bald geht es durch Schlamm und Matsch: Im Hunsrück startet zum ersten Mal ein Event eines Berliner Veranstalters: Zweibeiner und Vierbeiner bewältigen gemeinsam einen Hindernis-Parcours durch die Natur.

Der Hunsrück wird in Zukunft seinem Namen gerecht werden. Eine Erklärung für den Begriff „Hunsrück“ verweist nämlich auf einen Hunderücken, „Hundsbuckel“ wird die Region zudem im Volksmund genannt. Wie kommen nun die Hunde in den Hunsrück, zu dem sie namentlich ja schon längst gehören?

Die Spur führt in die Tourist-Information (TI) in Thalfang. Der dortige Chef Daniel Thiel und seine Kollegen haben nämlich die Marktlücke Hunde-Tourismus entdeckt und bauen diese weiter aus. Einer dieser Mosaiksteine ist der erste Hundecrosslauf im Hunsrück, den der Berliner Veranstalter Camp Canis am 1. und 2. September an drei Orten in der Verbandsgemeinde Thalfang, in Hillscheid, Dhronecken und in Thalfang-Bäsch, veranstaltet. „Als die Anfrage an die Hunsrück-Touristik kam, habe ich gesagt, das machen wir!“, sagt Daniel Thiel. Das sei ein ganz neues Thema für die Region und das Interesse sei schon jetzt groß. „Die Leute fragen sogar eher aus dem ganzen Bundesgebiet nach als aus der Region, weil viele Hundefans schon die Firma Camp Canis kennen,“ erläutert Thiel. Es gebe viele Buchungen für das Veranstaltungswochenende. Und man müsse bei Anfragen sogar schon nach Birkenfeld ausweichen.

Was fasziniert Hundefans an den Crossläufen, die Camp Canis veranstaltet? Ein Blick in den Videokanal auf Youtube zeigt es: Es geht schlichtweg darum, mit seinem Tier so richtig durch den Matsch zu laufen und dabei Spaß zu haben. In dem Video sieht man gut gelaunte Menschen, die mit ihren Hunden, jeweils mit einer Leine verbunden, über vermatschte Waldpisten laufen, Hindernisse überwinden und sogar mit einem Schlauchboot über einen Fluss fahren – das alles im Teamwork. „Die Leute wollen Matsch. Dafür werden Matschbecken und Wasserpfade aufgebaut. Die wollen mit ihren Tieren gemeinsam Action erleben, das ist kein Spaziergang“, sagt Thiel.

In der VG Thalfang gebe es genug Bachläufe, Wald- und Flurstrecken, an denen man so einen Crosslauf machen könne. Aber auch durch den Hauptort Thalfang werde es gehen, teilweise über die Straße und möglicherweise mit dem Boot über den Kurparkweiher. „Am besten regnet es an den Vortagen ordentlich, damit es möglichst viel Matsch gibt“, hofft der Chef der TI, der das Event gleich auch für nächstes Jahr, 5. und 6. Oktober, gebucht hat: „Es passt in unsere Philosphie. Und es entstehen keine Kosten für die Gemeinde“.

Melanie Knies aus Berlin, Geschäftsführerin von Camp Canis, erläutert, wie der Crosslauf abläuft: „Wir machen keinen Wettkampf, das machen wir ganz bewusst nicht, denn es geht uns nicht um den Ehrgeiz. Die Hindernisse sind so aufgebaut, dass man sich gegenseitig helfen muss. Es geht dabei um Teamarbeit und die Leute sollen natürlich extrem dreckig werden.“ Bei den Crossläufen von Camp Canis gibt es auch keine Massenstarts, denn das sei auch für die Hunde zu gefährlich. Stattdessen sollen Teams von minimal zwei bis maximal sechs Leuten an den Start gehen. „Das macht die Sache entspannter. Der Hund geht dann in Führung und ist mit seinem Menschen über eine Leine verbunden,“ erklärt Knies, die mit etwa 300 Anmeldungen rechnet.

Wie sie den Hunsrück findet? „Das ist für mich als Berlinerin schon eine voralpine Gegend, und die Landschaft ist einfach sensationell. Wir haben sehr abwechslungsreiche Strecken mit weiten Wiesen mit Blick ohne Ende und vielen Wäldern. Wir freuen uns auch schon auf nächstes Jahr. Diese Ecke ist perfekt für uns, und wir sind froh, dass auch viele Vereine aus der Region mithelfen.“ Einzig die Unterkunftsmöglichkeiten müssten noch verbessert werden, denn es gebe zuwenig Pensionen oder Hotels, findet Melanie Knies.