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Hunsrückverein gibt Jahrbuch heraus und kämpft gegen Mitgliederschwund

Heimat : Viel planen – viel verschieben – viel zu lesen

Der Hunsrückverein muss fast alle seine Veranstaltungen absagen oder mit Hoffnung auf Besserung ins kommende Jahr verlegen. Unterdessen ist das neue Jahrbuch mit mehr als 200 Seiten Heimatkundlichem erschienen.

Der Hunsrückverein hat sein neues Jahrbuch herausgegeben. Auf mehr als 200 Seiten erfahren die heimatinteressierten Leser viel Wissenswertes über Kirchen und Monumente, über Natur wie das Projekt Bänder des Lebens und die Felsengärten entlang der Mosel und über die ersten Kino-Erfahrungen des Morbacher Filmregisseurs Edgar Reitz. Interessant ist auch, wie die Schulkinder in Heidenburg ihren Generationen-Schul-Garten pflegen.

Doch stehen die Aktivitäten des Hunsrückvereins wegen der coronabedingten Einschränkungen unter keinen guten Voraussetzungen. Beispiel Ortsgruppe Morbach: „Es ist alles wie ein Ruhen. Nichts kommt in die Pötte“, sagt Wanderwart Berthold Staudt. „Ich habe einen Wanderplan für dieses Jahr erstellt, aber die Wanderungen sind eingestellt“, so Staudt. Auch die Vier-Tages-Fahrt an die Jagst in Baden-Württemberg, die bereits für 2020 vorgesehen war und jetzt nachgeholt werden sollte, ist auf kommendes Jahr verschoben.

Die Vorbereitungen für die Öffnung des Hunsrücker Holzmuseums in Weiperath laufen jedenfalls. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Staudt. Positiv sei jedoch zu vermerken, dass die Ortsgruppe Morbach keine Mitglieder einbüßt.

Doch insgesamt geht der Trend bei Ortsgruppen und Mitgliedern abwärts, sagt Frank Rentmeister, Geschäftsführer des Hunsrückvereins. Vor allem die Überalterung bei den Mitgliedern mache dem Verein zu schaffen. Nachwuchsarbeit sei nicht in Sicht, so dass er damit rechnet, dass von den verbliebenen zwölf Ortsgruppen mit insgesamt etwa 1000 Mitgliedern einige früher oder später ebenfalls wegfallen.

Rentmeister wollte einige Aktivitäten starten, wie Themenwanderungen und Gesundheitswandern. „Aber wir sind ausgebremst durch Corona“, sagt er. Wobei man mit Aktivitäten zur Mitgliedergewinnung viel früher hätte starten müssen. „Man hat in guten Zeiten wenig getan, neue Mitglieder zu werben“, sagt Rentmeister.

Ein Aushängeschild des Vereins, die Wildenburg bei Kempfeld, wird voraussichtlich an das Nationalpark­amt übergehen (der TV berichtete). Der dortige Tierpark sei viele Jahre gut gelaufen, doch seien jetzt zahlreiche Reparaturen notwendig, die der Verein nicht stemmen könne. Einen Termin zur Übergabe gebe es noch nicht.

Und auch, ob das Jahrbuch noch lange existiert, weiß Rentmeister nicht. Das Interesse an dem Buch, das in einer Auflage von 5500 Exemplaren erscheint, sei zwar gewachsen, auch aufgrund seines persönlichen Einsatzes mit Gewinnung von Werbepartnern und Postversand der Exemplare. Doch wer die Arbeit irgendwann für den derzeit 77-Jährigen übernimmt, ist ungewiss.

Das Jahrbuch 2021 des Hunsrückvereins ist zu beziehen bei Frank-D. Rentmeister, 06765/949508 oder per Mail unter info.rentmeisterdruck@t-online.de