"Ich bin mit Optimismus geladen"

TRABEN-TRARBACH. Am 3. Juli hat Achim Nehrenberg sein Amt als Leiter der Tourist-Information Traben-Trarbach angetreten. Die ersten Wochen nutzte er vorrangig, um sich einen Eindruck von der Stadt und ihren Leistungsträgern zu machen. Der TV sprach mit dem 38-Jährigen.

Achim Nehrenberg schwärmt von Traben-Trarbach. In den sechs Wochen seit seinem Amtsantritt als Tourismuschef war er viel in der Doppelstadt unterwegs, um Stadt, Land und Leute kennen zu lernen. Und was er vorgefunden hat, macht ihn optimistisch. Nehrenberg: "Hier ist so viel Interessantes auf kleinstem Raum konzentriert wie sonst nirgendwo." Nehrenberg war auf der Grevenburg, er war in Starkenburg, in Schloss Burg, auf dem Segelflugplatz Mont Royal, hat zahlreiche Hotels und Restaurants abgeklappert, mit den Inhabern Gespräche geführt und sich einen Tag lang mit dem Leiter des städtischen Bauhofs die Wanderwege angeschaut. Besonders beeindruckten ihn die riesigen Kellergewölbe unter der Stadt, Gänge von mehreren hundert Metern Länge, die noch von der einst großen Zeit Traben-Trarbachs als deutsche Weinhandelsmetropole zeugen - eine touristische Attraktion, die sozusagen noch brach liegt. Und schon sieht man, wie er schmunzelnd ins Nachdenken kommt und in seinem Kopf Ideen entstehen, wie man all dies touristisch vermarkten kann. Er hat Ideen, diese will er aber noch nicht preisgeben. Erst dann, wenn sich die Realisierung abzeichnet. Traben-Trarbach wirbt mit dem Slogan "Urlaub voller Flair und Charme." Das treffe es voll und ganz, sagt Nehrenberg. Aber diese Qualität müsse mehr inszeniert werden. Beeindruckt ist Nehrenberg von der Qualität der Hotels und Gastronomiebetriebe in der Stadt. "Das Niveau ist in allen Kategorien gut", sagt er, auch wenn bei dem einen oder anderen in den vergangenen Jahren ein Investitionsstau aufgelaufen sei. Sein Gesamturteil lautet aber: Die Leistungsträger beherrschen ihr Instrument. Traben-Trarbach ist gut aufgestellt." Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt. Auch in Traben-Trarbach gibt es Schattenseiten. Teilweise seien die Straßen schlecht gepflegt, hat er festgestellt, ferner wünscht er sich mehr Blumenschmuck in der Stadt. Und das Mosel-Weinfestival könnte attraktiver sein. Doch Nehrenberg ist zuversichtlich, etwas bewegen zu können. "Ich bin mit Optimismus geladen", sagt er voller Überzeugung, schränkt aber gleichzeitig ein, "keine Revolution anzetteln zu wollen". Er erinnert daran, dass bisher sehr gute Arbeit geleistet worden sei, auf der man aufbauen könne. Vor wenigen Woche saß er an einem schönen Sommerabend in einem Lokal in Starkenburg. "Der Sonnenuntergang dort, das ist wie zwischen Himmel und Erde." Nehrenberg schwärmt außerdem von Schloss Burg, wo die Familie Dölbor repräsentative Räume für standesamtliche Trauungen zur Verfügung stellt. "Wie dort die Hochzeiten zelebriert werden, das hat schon was", meint er. "In erster Linie bin ich dafür da, Gäste in die Stadt zu holen", sagt Nehrenberg. Dafür wünscht er sich vor allem Freiraum. Freiraum, wie sie sich auch seine Kollegen in anderen Tourismusorten wünschen. Nehrenberg: "Ich will meine Entscheidungen unter unternehmerischen Aspekten treffen können. Man kann nicht alle Details in den Gremien diskutieren."

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