Ich bremse auch für Fußgänger

Ein gewohntes Bild: Fußgänger wollen vom Bürgersteig aus an einer Einmündung die Straße zum gegenüber liegenden Bürgersteig überqueren und schauen sich ängstlich nach abbiegenden Fahrzeugen um.Dabei müssen Fahrzeugführer beim Abbiegen den in gleicher Richtung gehenden oder entgegenkommenden Fußgängern Vorrang gewähren und notfalls vor dem Abbiegen anhalten.Dies gilt auch gegenüber radfahrenden Kindern bis 10 Jahren, die allerdings an der Einmündung absteigen müssen, wie auch gegenüber Radfahrern, die einen rechts zur Straße verlaufenden Radweg befahren.Was viele nicht wissen und deshalb nicht beachten: Man biegt auch ab, wenn man aus einem Kreisel herausfährt was bedeutet, dass bei Ausfahrt dem die Straße überquerenden Fußgänger Vorrang gewährt werden muss.Der Fußgänger freut sich aber auch, wenn man vor dem Kreisel anhält, um ihm das Überqueren der Straße zu ermöglichen.Fußgängerüberwege bevorrechtigen zwar den Fußgänger zum Überqueren der Straße, jedoch muss dieser seine Überquerungsabsicht auch rechtzeitig erkennen lassen, damit der Fahrzeugführer darauf reagieren kann.Weil sich viele Unfälle mit Fußgängern auf dem Zebrastreifen ereignen, wird mit der Einrichtung eines Fußgängerüberweges sehr restriktiv umgegangen.

Stattdessen eingerichtete Querungshilfen, aus Sicht des Fahrzeugführers Fahrbahnteiler, bewirken, dass beide Seiten sich vorsichtig und aufmerksam verhalten. Hier hat allerdings der Fahrzeugverkehr Vorrang.

Nur bei entsprechend starker Verkehrsfrequentierung und damit verbundenen geringen Zeitlücken zum Überqueren werden Zebrastreifen, signalgesteuerte Fußgängerfurten oder letztendlich Kreuzungsampeln für beide Verkehrsteilnehmer eingerichtet.

Ist dieses Verkehrszeichen aufgestellt, z.B. vor Schulen oder Kindergärten, wird dem Fahrzeugführer laut höchstrichterlichem Urteil keine Schrecksekunde zugebilligt.

Durch Paragraf 3 Abs. 2a StVO sind außerdem Kinder, Hilfsbedürftige und ältere Menschen (als Fußgänger, Radfahrer oder Rollstuhlfahrer) besonders geschützt. Sie gelten als eingeschränkt verkehrstüchtig. Keiner darf auf ein verkehrsgerechtes Verhalten dieses Personenkreises vertrauen und jeder muss insbesondere durch angepasste Fahrgeschwindigkeit und Bremsbereitschaft einem Unfall begegnen können.

Autos kann man bremsen und haben eine Knautschzone, Kinder nicht. Deshalb sollte man bei den Kleinen immer mit unbesonnenem Verhalten rechnen und größte Vorsicht walten lassen.

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