„Ich dachte, ich würde sterben“: Wittlicher Familiendrama landet vor Gericht

„Ich dachte, ich würde sterben“: Wittlicher Familiendrama landet vor Gericht

Was sich im März in einem Haus in Wengerohr angespielt haben soll, klingt wie aus einem Horrorfilm: Ein 28-Jähriger steht seit gestern vor dem Landgericht Trier, weil er seine Frau gewürgt und mit einem Messer schwer verletzt haben soll.

Unter Tränen haben gestern der Angeklagte und seine Ex-Frau vor der ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Trier ausgesagt. Der 28-Jährige soll seine damalige Frau fast umgebracht haben und soll anschließend versucht haben, sich selbst zu töten.

Die Anklage: Die Staatsanwaltschaft Trier wirft einem 28-Jährigen Mann vor, seine damalige Frau im März in der gemeinsamen Wohnung in Wengerohr zuerst gewürgt und anschließend mit einem Brotmesser am Hals verletzt zu haben, in der Absicht, sie zu töten. Nachdem er für seine Frau den Notarzt gerufen und damit ihr Leben gerettet hat, soll er versucht haben, sich selbst umzubringen, was jedoch misslang.

Die Aussage des Angeklagten: Der 28-Jährige beschreibt die Beziehung zu seiner Ex-Frau als schwierig. Mit der Geburt des gemeinsamen Kindes im Januar dieses Jahres - die Frau brachte einen Sohn mit in die Ehe - hätten die Probleme zugenommen. Zudem habe er selbst gesundheitliche Probleme gehabt, war kurz vor der Tat in stationärer Behandlung. Mit den Nachbarn habe es wegen der ständigen Streitereien Probleme gegeben. Auch am Tag der Tat, dem 5. März, sei das Paar in Streit geraten. An die Tat selbst kann sich der Mann nicht erinnern. Seine Erinnerung setzt erst wieder ein, als das ältere Kind ihn angesprochen habe.

Erst dann hat er nach eigener Aussage seine Frau wahrgenommen, die stark geblutet und ihm gesagt habe, dass sie ihn liebe. Er habe den Notarzt alarmiert, sei geflüchtet und habe sich auf der Molesbachtalbrücke umbringen wollen. Autofahrer alarmierten die Polizei und Rettungskräfte. Einem Augenzeugen gelang es, den Mann zum Umkehren zu bewegen. Die Polizei überwältigte ihn schließlich und nahm ihn fest. "Ich kann das nicht wieder gut machen. Es tut mir so leid, was passiert ist, ich kann es mir nicht erklären", sagte er.

Die Ex-Frau des Angeklagten, die als Nebenklägerin auftritt, beschrieb ihren ehemaligen Partner als verschwiegenen Einzelgänger. Sie habe sich alleine mit der Verantwortung für die Kinder gefühlt. Extrem eifersüchtig oder gewalttätig sei ihr Ex-Mann jedoch nicht gewesen. Während der Tat habe sie Todesangst gehabt. "Ich habe gedacht, ich würde sterben." Noch heute habe sie gesundheitliche Probleme.

Die Verhandlung wird am Montag, 5. September, 9 Uhr, mit weiteren Zeugenaussagen am Landgericht Trier fortgesetzt.

Mehr von Volksfreund