Idarwald wächst durch neue Strukturen

Idarwald wächst durch neue Strukturen

Das Forstamt Idarwald muss 1500 Hektar Staatswald an den künftigen Nationalpark Hunsrück-Hochwald abgeben, wird aber dennoch deutlich größer. Der Dienstbezirk des Leiters Gerd Womeldorf, früher in Morbach tätig, wächst unter anderem um die Fläche der Gemeinde Morbach und Teile des Staatswalds von Dhronecken.

Rhaunen/Morbach/Dhronecken. Die vier rheinland-pfälzischen Forstämter Birkenfeld, Dhronecken, Hermeskeil und Idarwald, die von der Neueinrichtung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald betroffen sind, wurden zum Jahreswechsel aufgelöst.
Aus den Flächen, die nicht zum künftigen Nationalpark gehören, wurden drei Forstämter neu gegründet: Birkenfeld (mit Sitz in Birkenfeld), Hochwald (mit Sitz in Dhronecken) sowie Idarwald mit Sitz in Rhaunen (der TV berichtete). Der Leiter des Forstamtes Idarwald, Forstdirektor Gerd Womelsdorf, erläutert: "Die gesamte Waldfläche des Forstamtes Idarwald ist zu Beginn dieses Jahres deutlich, nämlich von 14 287 um 3151 auf 17 438 Hektar, angewachsen." Womelsdorf ist übrigens in Morbach ein alter Bekannter: Er hatte das dortige Forstamt von 1988 bis 2003 geleitet, bis es aufgelöst wurde.
Im Idarwald verschieben sich die Anteile der verschiedenen Waldbesitzarten zugunsten des landeseigenen Forstes. Mit der Neuabgrenzung wird eine rund 1500 Hektar große Staatswaldfläche an den künftigen Nationalpark abgegeben. Und es wechseln 13 Herrsteiner Gemeinden in die Zuständigkeit des (neuen) Forstamtes Birkenfeld.
Zehn Ortsgemeinden bleiben von den früheren Kommunalwaldbetrieben beim Forstamt Idarwald, darunter die sechs "zwischen den Wäldern" - Allenbach, Bruchweiler, Kempfeld, Langweiler, Sensweiler und Wirschweiler. Dazu kommen alle 17 Kommunalwaldbetriebe im Bereich der Verbandsgemeinde Rhaunen. Nach Westen wächst das Forstamt um die gesamte Einheitsgemeinde Morbach und den Staatswald des alten Forstamtes Dhronecken, so er nicht dem Nationalpark zugeordnet wird. Mit fast 9300 Hektar Staatswald bewirtschaftet das neue Forstamt Idarwald nunmehr den größten Staatswaldbetrieb im Hunsrück und führt in 28 kommunalen Betrieben die Fachaufsicht über die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes. "In den nächsten Monaten steht die Aufgabe an, die Waldflächen des neuen Forstamtes in Forstreviere zu gliedern", lässt der Forstamtsleiter wissen. Dabei müssen laut Womelsdorf die kommunalen Waldbesitzer mitwirken. Womelsdorf werde den Ortsgemeinden Organisationsvorschläge unterbreiten. Nach der Neuabgrenzung der Reviere werden im zweiten Halbjahr 2015 die Stellen der Forstrevierleiter in Abstimmung mit den Ortsgemeinden neu zu besetzen sein. Womelsdorf rechnet damit, zum 1. Januar 2016 eine neue Revierorganisation zu haben. Mit dem Neuzuschnitt der Forstämter wurden auch die Personalressourcen neu aufgeteilt. Ein Teil der Beschäftigten wird im Nationalpark - in der Verwaltung des Nationalpark-Amtes wie auch als Ranger in der Fläche - Dienst tun, ein anderer im neu geschaffenen Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten in Hermeskeil.
Im Forstamt Idarwald werden deutlich mehr Forstwirte beschäftigt sein, als es früher der Fall war. Arbeiteten im Dezember noch 20 fest angestellte Mitarbeiter im Wald des Forstamtes Idarwald, sind es ab Januar 30 Forstwirte. red/iro

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