Idee für Hildegardweg

Mit Themenpaketen soll an der Nahe das Wirken von Hildegard von Bingen in den Vordergrund gerückt werden. Dafür können Fördermittel der EU in Anspruch genommen werden. Auch Veranstaltungen sind geplant.

Bad Kreuznach. Die neue Koalition aus CDU, FWG und Grünen im Bad Kreuznacher Kreistag will nicht nur meckern und kritisieren, sondern auch zeigen, dass das Bündnis funktioniert und an Sachthemen arbeitet. So kündigten die drei Sprecher Bettina Dickes (CDU), Wolfgang Zimmer (FWG) und Ludger Nuphaus (Grüne) an, zwei konkrete Projekte zum Tourismus in der Naheregion auf den Weg bringen zu wollen.
Ein Projekt ist die Entwicklung und Einrichtung eines Hildegardweges von Idar-Oberstein bis Bingen. Ein zweites Vorhaben ist die Überführung des Orgelartmuseums in Windesheim, das wegen seiner hohen Zuschusskosten immer wieder ein großer Streitpunkt in der Kreispolitik ist, in eine Kulturstiftung, wie Bettina Dickes betonte.
Die Wege der Hildegard will man erfolgreich vermarkten. "Davon kann die ganze Region profitieren", ist sich Wolfgang Zimmer sicher. Und Nuphaus ergänzt: "Das ist für die gesamte Naheachse ein attraktives Angebot. Ich staune immer, wie viele Leute zur Wallfahrt nach Bingen kommen. Mit dem Namen Hildegard kann man noch mehr machen."
Dabei könne es um Wanderwege, Pilgerwege, aber auch Rad- und Reiterwege gehen, erläutert Dickes die Idee. Sie will die schon vorhandenen Angebote miteinander vernetzen - auch Konzepte für Gastronomie und Hotellerie sollen dazu gehören. So könnte zum Beispiel ein "Hildegard-Menü" künftig auf Speisekarten stehen.
Weitere Themenpakete könnten Hildegard und die Steine, Hildegards Heilkunst oder die Stätten ihres Wirkens sein, die man aufgreifen könne. Dickes will dafür viele Akteure mit ins Boot holen und für diese Idee gewinnen: unter anderem Naheland-Touristik, Gastland Nahe, Scivias-Stiftung sowie die Kultur- und Weinbotschafter. Dreh- und Angelpunkt des Ganzen soll die Klosterruine auf dem Disibodenberg bei Odernheim werden. So werde es schon 2015 mehr Veranstaltungen dort geben, der Ort selbst attraktiver gestaltet werden, kündigt Dickes an. Die Vorsitzende der Scivias-Stiftung, Luise von Racknitz-Adams, sei von der Idee begeistert. Die Sprecher der Koalition sehen auch gute Chancen, mit dem Projekt bei der Lokalen Integrierten Entwicklungsstrategie (Lile) dabei zu sein und so Fördermittel der EU zu generieren.
Der Landkreis Bad Kreuznach ist eine von 20 rheinland-pfälzischen Regionen, die sich dafür bewerben. 15 davon werden in die Förderperiode von 2015 bis 2021 aufgenommen.
Das Orgelartmuseum soll in eine Kulturstiftung überführt werden. Eine, die dafür infrage kommt, existiert bereits: die Stiftung Künstlerhof Roter Ochse aus Thüringen. Dickes schwebt vor, dass der Kreis seine Anteile an der Einrichtung in die Stiftung einbringt.
Die Infrastruktur könnten die Orgelbauer Oberlinger vorhalten, bei Bewirtschaftung und Veranstaltungen hofft sie auf Ehrenamtliche. Damit ließen sich die Personalkosten - etwa 150 000 Euro im Jahr - reduzieren.