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Ideen für das Altdorf Wengerohr und seine Zukunft

Entwicklung : Mehr Ruhe im Dorf

Zwei Jahre lang haben sich Bürger, Verwaltung und Fachbüros Gedanken um das Altdorf Wengerohr und seine Zukunft gemacht. Jetzt geht es um die Umsetzung.

Das Interesse an der Entwicklung im Altdorf Wengerohr ist immer noch sehr groß. Während 70 Personen aus dem Altdorf vor zwei Jahren ihre Wünsche und Ideen formuliert haben, sind jetzt, bei der Ortsbeiratssitzung noch mehr als 30 Personen anwesend, um zu hören, wie der Rahmenplan, in den ihre Ideen eingeflossen sind, beschlossen wurde. Zu Beginn des Prozesses, war vor allem das Ziel, dass der dörfliche Charakter des Ortes erhalten bleibt. Im Altdorf lebten 2017 in 54 Wohnhäusern 151 Personen, auf einem Gebiet von rund 6,2 Hektar. Es hieß: Das Altdorf sollte sich nicht zum Anhängsel eines Industriestandorts umgeben von Mietskasernen entwickeln.

Der beschlossene Rahmenplan zeigt Lösungsvorschläge für die Bernkasteler Straße, die wieder vermehrt vom Lastwagen genutzt wird und die eine Verkehrsberuhigung erhalten soll. Daniel Heßer  vom Planungsbüro ISU in Bitburg dazu: „Die Bernkasteler Straße ist jetzt eine der besten Straßen in ganz Wittlich. Hier wieder aufzureißen und zurückzubauen, wäre wirklich schade.“

Deshalb sei eine Möglichkeit, Tempo 30 einzurichten, um beispielsweise eine Handhabe für Messungen zu haben. Eine Mittelinsel oder ein Fahrbahnteiler könnte im Doppelkurvenbereich für eine Beruhigung sorgen. Eine weitere Idee: Die Bushaltestelle auf die Straße zu verlegen, damit die Autos dahinter warten müssen. Das könnte vielleicht einige veranlassen, in Zukunft andere Strecken zu nutzen.

Mit Stellplätzen, aufgebrachten Hindernissen oder Pflanzbeeten, die auf die Straße gebracht würden, könnte man ebenfalls versuchen, den Verkehr zu beruhigen, ohne dass man die Fahrbahndecke großflächig öffnen müsste. „Es gibt drei Stellen, an denen dies sinnvoll wäre: Aus Richtung Platten, bei den ersten Häusern nach der Einfahrt Wahlholz, vor der Kapelle und vor den Doppelkurven“, zeigt Daniel Heßer auf einer Karte. Da insgesamt im Altdorf sehr schnell gefahren wird, nicht nur in der Bernkasteler Straße, ist es aus Sicht des Planers und der Bürger vielleicht sinnvoll, dass Altdorf generell zu einer 30er-Zone zu machen.

Für einen Dorfmittelpunkt eignet sich aus Sicht der Planer der Platz vor der Kapelle. Er könnte durch eine Angleichung ans Straßenniveau ein zunehmendes Interesse wecken und mit gestalterischen Maßnahmen, ein schöner Platz werden, auf dem Veranstaltungen stattfinden und die Bürger sich treffen können.

Grundstückserschließungen, die bisher sehr kompliziert und undurchsichtig sind, können entweder durch nachbarschaftlichen Dialog oder mit Hilfe der Stadt und Unternehmen gefunden werden. Neue Baukörper sollen „sauber“ erschlossen werden, sagt Heßer. „Wenn nötig mit kleinen Bebauungsplänen. Neue Gebäude sollen nicht mehr als ein bis zwei Wohneinheiten haben“, so die Empfehlung.

Mit dem einstimmigen Beschluss des Ortsbeirats für den Rahmenplan, haben die Stadt Wittlich und die Fachabteilungen die Möglichkeit, die Probleme konkret anzugehen, weitere Aufträge zu erteilen und Fördermöglichkeiten zu prüfen.