Ideen zur Energiewende in der Region gesucht

Ideen zur Energiewende in der Region gesucht

Die 2010 gegründete Energieagentur für die Region Trier setzt ab sofort verstärkt auf das Engagement der Bürger. Bei der Veranstaltungsreihe "Energiekonsens Region Trier" ist jeder dazu aufgefordert, Vorschläge einzubringen.

Trier. Die Ziele sind ehrgeizig: Bis 2030 strebt die Energieagentur Region Trier eine hundertprozentige Versorgung durch erneuerbare Energien an. 2050 soll die Region dann sogar zum Energieexporteur werden. Damit dies gelingt, wollen die Beteiligten jetzt verstärkt auch Bürger mit ins Boot holen. Die Aktionsreihe "Energiekonsens Region Trier" lädt über die nächsten Monate zu Zukunftswerkstätten ein, bei denen mit Experten konkrete Ideen rund um das Thema Energiewende entwickelt werden können (siehe Extra).
Auftakt des Projekts war in der Europahalle Trier der Vortrag des Autors und Fernsehmoderators Franz Alt. Vor rund 200 Gästen versuchte er, Beispiele für seine These zu liefern, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien in technischer Hinsicht längst machbar sei. "Von Natur aus gibt es keine Energieprobleme", erklärte der Fernsehmoderator
Der Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen und der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz hoben in ihren Ansprachen hervor, dass die Region mit einem Anteil von 51 Prozent erneuerbaren Energien am Strombedarf auf einem guten Weg sei. Schartz betonte, von einer Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land würden alle Seiten profitieren.
Gleichzeitig warnte er aber vor zu vielen kommunalen Alleingängen, stattdessen forderte er vor allem "Gemeinschaftsgeist" in Sachen Energiewende.
Und genau an diesem Punkt setzt der Energiekonsens an. In den Zukunftswerkstätten werden bestehende Modelle der Energiegewinnung und -effizienzsteigerung präsentiert und auf ihre Übertragung auf andere Gemeinden geprüft. Bürger können dabei eigene Ansätze entwickeln und mit in den Prozess einbringen.
Neben den einzelnen Terminen in der Region wird außerdem derzeit eine Internet plattform entwickelt, auf der jeder seine Ideen ausarbeiten kann.
Ähnlich wie beim Onlineangebot des Trierer Bürgerhaushalts gibt es verschiedene Themenbereiche, unter denen registrierte Bürger Vorschläge einstellen können. Diese werden dann wiederum von Experten und der Energieagentur auf ihre Umsetzungschancen geprüft und von den anderen Nutzern bewertet, um eine Rangliste zu erstellen. Die überzeugendsten Beiträge fließen in einen Bericht über die Ergebnisse des Energiekonsenses ein.
Die Bilanz des gesamten Projekts wird im November gezogen. Auf der Konferenz "Kommunaler Klimaschutz" werden die Bürgerideen der Werkstätten und der Plattform präsentiert. Die Online-Aktion startet voraussichtlich Ende Mai unter www.energiekonsens-region-trier.de maf
Extra

2. Mai: Beteiligungs- und Betreibermodelle für erneuerbare Energien, Gerolstein (Rondell), 19 Uhr. 21. Mai: Netzausbau und Speicherung von elektrischer Energie, Reinsfeld (Kulturhalle), 18 Uhr. 13. Juni: Erneuerbare Stromerzeugung, Morbach (Baldenauhalle), 18 Uhr. 16. August: Erneuerbare Stromerzeugung, Irrel (Gemeindehalle), 18 Uhr. 21. August: Nahwärmenetze und Bioenergiedörfer, Prüm (Veranstaltungs- und Kongresshalle), 18 Uhr. 12. September: Klimaneutrale Gebäude, Bernkastel-Kues (Güterhalle), 18 Uhr. 18. Oktober: Nachhaltige Mobilität, Konz (Bürgersaal), 18 Uhr. maf