Identität geht durch den Magen

Unter dem Motto "Mit Leib und Seele Mosel" haben sich die Akteure der Regionalinitiative Mosel zum Moselkongress in Traben-Trarbach getroffen. Ziel: neue Ideen entwickeln und Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit für einen erfolgreichen Weintourismus ausloten. Außerdem gratulierten sie 14 neuen Qualitätsgastgebern.

Traben-Trarbach. 86 zertifizierte Qualitätsgastgeber gibt es bereits an der Mosel, jetzt sind 14 weitere hinzugekommen. Beim achten Moselkongress gestern im Hotel Moselschlösschen in Traben-Trarbach erhielten sie ihre Urkunden und Hausschilder (siehe Extra). Viel Prominenz war nach Traben-Trarbach gekommen, darunter Weinbauministerin Ulrike Höfken, der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck, Landtagsabgeordnete, ADD-Präsidentin Dagmar Barzen, Vertreter der Landwirtschaftskammer, des Bauern- und Winzerverbandes, der Weinwerbung, der IHK, des DLR Mosel, der Mosel-Landkreise, der Handwerkskammern, der Mosellandtouristik und des Hotel- und Gaststättenverbandes. Diese Organisationen sind Träger der im November 2006 gegründeten Regionalinitiative "Dachmarke Mosel". Ihr gemeinsames Ziel: Die regionale Identität für die Region Mosel stärken und die Zusammenarbeit aller Akteure wie Winzer, Hoteliers und Gastronomen zu fördern.
Wichtigstes Anliegen diesmal: Die Mosel muss mit regionaltypischen Produkten und Speisen kulinarisch mehr Flagge zeigen. Staatsministerin Höfken: "Immer mehr Menschen suchen das Authentische und greifen zu regionalen Produkten. Das belegen Umfragen und teils zweistellige Zuwachsraten im Handel." Hauptredner Kurt Beck, der seit 15 Jahren seinen Sommerurlaub an der Mosel verbringt, gab den Moselanern mit auf den Weg: Sehr vieles habe sich gebessert, zum Beispiel der Ausbau der Rad- und Wanderwege, aber das Gästepotenzial sei mit Blick auf Belgien, Frankreich und Nordrhein-Westfalen noch nicht ausgeschöpft. Im Rahmen des Moselkongresses fand erstmals eine kleine Messe mit Anbietern regionaler Erzeugnisse der Mosel und aus den Nachbarregionen Hunsrück und Eifel statt. Vertreten waren die "Regionalmarke Eifel", "Ebbes von Hei!" und "SooNahe" mit einer Auswahl von Partnerbetrieben und "Einkaufen auf dem Bauernhof". Es präsentierten sich die Interessengemeinschaft "Moselweinbergpfirsich" und der Verein "Breva Wein & Weg". Die zertifizierten Mosel-Imker betrieben einen Gemeinschaftsstand. Zertifizierte Dachmarkenbetriebe stellten ihre Weine vor, und die Erzeuger von regionalen Spezialitäten wie Forellen, Ziegenkäse, Naturkräutern, Wildprodukten und Mineralwasser luden zum Verkosten ein. Erstmals erhielten auch sieben Mosel-Imker das Herkunftszeichen der Dachmarke Mosel (Bericht folgt).Meinung

Das Ziel ist noch nicht erreicht
Ein Ministerium, eine staatliche und eine halbstaatliche Behörde, vier Landkreise, eine Großstadt, zwei Werbe- und vier berufsständische Organisationen setzen sich seit über sieben Jahren mit der Regionalinitiative dafür ein, dass sich die Mosel als Einheit begreift und der Qualitätsgedanke in den Köpfen verankert wird. Unzählige Experten entwickeln Ideen, schreiben Konzepte, organisieren Ta gungen und bieten Kurse an - mit dem vorrangigen Ziel: Winzer, Gastronomen, Hoteliers, Handwerker, Dienstleister und Touristiker müssen besser zusammenarbeiten. Ist das gelungen? Nein - zumindest nicht in dem gewünschten Maß. 100 Qualitätsgastgeber haben sich erst zertifizieren lassen. Das ist zu wenig. Viel zu vielen Gastwirten, Zimmeranbietern und Winzern ist es immer noch egal, wie die Mosel als Gesamtheit nach außen wirkt. Sie denken: Ich mache mein Ding, was drum herum geschieht, interessiert mich nicht. Manche haben sogar Erfolg damit. Aber wie lange noch? Die Mosel ist die beliebteste Urlaubsregion im Land. Das bleibt sie nur, wenn alle gemeinsam an dem einen Strang ziehen, der Qualität heißt. w.simon@volksfreund.deExtra

14 neue Mosel-Qualitätsbetriebe: Die Auszeichnung als Mosel Qualitätsgastgeber erhielten Markus Schroeder vom Schroeders Stadtwaldhotel in Trier, Sandra Schleimer vom Weingut Peter Schleimer in Trier, Claudia und Dieter Hilgers von der Weinstube Kesselstatt in Trier, Sandra Berweiler vom Weingut Klaus Berweiler-Merges in Leiwen, Melanie und Niko Schmitt vom Weingut Claes Schmitt Erben in Trittenheim, Kerstin und Holger Breit vom Weingut Breit in Piesport, Iris und Thomas Kaufmann vom Weingut Kaufmann-Nowack in Kröv, Kerstin Müllers von der Weingut-Brennerei Detlef Müllers in Kröv, Julia und Michael Trossen vom Weingut Michael Trossen in Kröv, Britta und Dirk Melsheimer vom Boutique Hotel Villa Melsheimer in Reil, Matthias Lay vom Weingut Lay in Pünderich, Dr. Norbert Kohnen von den Senhalser Höfe in Senheim und Marion Arnoldi vom Moselweingut Arnoldi in Briedern. Ursel Weck, Kerstin Ludwig und Elmar Kaufmann nahmen die Zertifizierungsurkunde für die Tourist-Information Trittenheim entgegen. Im Rahmen einer Feierstunde überreichten Staatsministerin Ulrike Höfken und Landrat Gregor Eibes, Vorsitzender der Initiative Mosel, die Zertifizierungsurkunden und Hausschilder an die Betriebe. simExtra

Das Siegel "Zertifizierte Qualität - Initiative Mosel" der Regionalinitiative Mosel steht für Qualität, Regionalität und Genuss. Es zeichnet Akteure, Betriebe und Produkte aus, die ihren Gästen etwas Besonderes bieten und sie für die Landschaft, die Bewohner und für den Wein und regionale Küche begeistern. Das Siegel "Zertifizierte Qualität - Initiative Mosel" dürfen nur Betriebe führen, die am Zertifizierungsverfahren teilgenommen haben. Hierzu gehören Qualitätsgastgeber, Tourist-Informationen, Vinotheken sowie als Produkte der Rote Weinbergpfirsich, der Mosel-Honig und der Mosel-Wein. Bislang wurden insgesamt 100 Mosel Qualitätsgastgeber zertifiziert: 27 Hotel-Restaurants, fünf Restaurants, 50 Weingüter, vier Vinotheken, zwölf Tourist-Informationen, zwei Campingplätze. red