Ihr Klientel ist schwierig

WITTLICH. (noj) Es gibt immer wieder Menschen, die sich freiwillig hinter Gitter begeben. Die Absolventen der Ausbildung im mittleren Vollzugsdienstes bei Justizvollzugsanstalten gehören dazu. Allerdings können sie nach vollbrachter Arbeit die Vollzugsanstalten wieder verlassen.

Es ist schon Tradition, zweimal im Jahr, einmal im April und einmal im Oktober reisen Vertreter des rheinland-pfälzischen und des saarländischen Justizministeriums nach Wittlich um den künftigen Bediensteten in den Justizvollzugsanstalten nach erfolgreich bestandener Prüfung die Zeugnisse zu überreichen. Dieses Mal hatten Dr. Stefanie Weber-Lejeune, Staatssekretärin im Ministerium der Justiz Rheinland-Pfalz und Wolfgang Schild, Staatssekretär im Ministerium der Justiz des Saarlandes, ihr Kommen zugesagt. Anders als bei den Veranstaltungen zuvor, hatte erstmals Wolfgang Schild die Gelegenheit, die Festrede zu halten. "Sie werden Probleme haben, sich durchzusetzen", warnte Schild die neuen JVA-Bediensteten. Nicht das Amt selbst, sondern die Art wie es ausgeführt werde, verleihe Autorität, sagte Schild. Er empfahl den jungen Leuten, ihre Grenzen zu sehen und realistisch zu sein. "Das Klientel ist mehr als schwierig", so Schild. Höchste Anerkennung verdiene daher der Beitrag, den die Bediensteten für die Sicherheit der Bürger leisteten. Stefanie Weber-Lejeune empfahl, die Distanz zu wahren. Vorfälle in der Vergangenheit hätten gezeigt, was passiert, wenn dies nicht gewährleistet sei. Außerdem meinte sie, dass die Jüngeren von den Älteren lernen könnten, aber auch umgekehrt. Der Lehrgangssprecher der diesjährigen Absolventen der "Friedrich-Schaaf-Universität zu Wittlich", Michael Stoffel, bedankte sich bei Schulleiter Friedrich Schaaf und den Ausbildern, die Zeit sei wie im Fluge vergangen. Lehrgangsbester war in diesem Jahr Stefan Schmidt von der JVA Rohrbach, der unter kräftigem Applaus seiner Kollegen einen Ehrenpreis entgegennehmen konnte. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und ist in vier Ausbildungsabschnitte eingeteilt. Am Anfang stehen drei Monate praktische Einführung in der Anstalt, in der die Einstellung erfolgt ist. Es folgen vier Monate Grundlehrgang in der Justizvollzugsschule. Elf Monate praktische Ausbildung, davon neun Monate in der Stammanstalt und zwei Monate in einer Fremdanstalt gehen den sechs Monaten Abschlusslehrgang in der JVA-Schule in Wittlich voraus.