IHRE MEINUNG

Zu den Artikeln über die Realisierung eines Neubauprojekts in Bernkastel-Kues und die Ausweisung eines eventuell neuen Stadtteils (TV vom 26. und 29. April) schrieb uns diese Leserin:

"Schilda" wäre wohl der angemessene Name für die Posse, die da getrieben wird. Der nächste Schritt ist dann konsequenterweise die Einrichtung eines Ortsbeirats mit Ortsvorsteher, analog zu den beiden anderen, außerhalb des Kerngebiets gelegenen Stadtteilen Andel und Wehlen. Hat schon mal jemand die Folgekosten berechnet — gesamtgesellschaftlich? Das Ortseingangsschild vorverlegen — fertig. 50 km/h ist jetzt schon ab der Brauerei vorgeschrieben, es ändert sich also im Prinzip nichts. Es ist dort doch auch gar kein Platz für einen echten prosperierenden Stadtteil. Wer von Andel kommt, sieht die ganze Stadt samt Burg wunderschön am Ufer liegen. Wie könnte da wer denken, "die Alte Brauerei sei schon alles von Bernkastel", oder, anders gesagt: Für wie blöd halten unsere Stadträte die Urlauber!? Etwas anders verhält es sich mit der Ursache des Problems: Offensichtlich liegt Bernkastel-Kues in astronomischer Entfernung zu Wittlich. Wie anders wäre zu erklären, dass immer wieder Genehmigungen für Bauprojekte erteilt werden, bei denen jeder normal Denkende sich fragt, ob der Genehmigungsbehörde die örtliche Umgebung auch nur annähernd vertraut ist. Neben der Alten Brauerei sei als Stichwort Saarallee 24 genannt. Was da derzeit in den liebevoll-verzaubernden Charme einer Belle-Époque-Allee geklotzt wird, könnte schlimmer nicht sein. Hat sich die Baubehörde von dem netten Bildchen des Architekten täuschen lassen? Da sind die Proportionen der Nachbarhäuser zu dem neuen Bau wohl sehr verzerrt dargestellt. Anders ist kaum zu verstehen, dass dieser Rentnerbunker, ein weiterer in der Stadt, an dieser Stelle gebaut werden darf. Es gäbe der Beispiele mehr, vorhandene und geplante. Das sollte auch mal ein Thema im Rat sein. Uta Böer, Bernkastel-Kues