Ihre Meinung

Zum Kommentar "Brunnenvergifter am Werk" (TV, 10. Juli) meint dieser Leser:

Vorab eine Bemerkung zu meiner Person: Ich bin Mitglied der SPD und gehöre dem Rat der VG Daun an. Vor diesem Hintergrund bin ich weder unmittelbar in die kommentierten Vorgänge involviert, noch mit dem Anspruch einer distanzierten Wahrnehmung des Inhalts des Kommentars an das Verfassen meines Leserbriefes herangegangen. Vielmehr fühle ich mich als Sozialdemokrat grundsätzlich durch unglaubliche Wortwahl des Herrn Schwickerath in höchstem Maße verunglimpft, wenn er von "Sozen" und "Spezialdemokraten" spricht, die er mit einer längst überholt geglaubten Begrifflichkeit als "Brunnenvergifter" bezeichnet. Schlimm genug, dass derartige Verbalinjurien dem alkoholgeschwängerten Atem bayerischer Aschermittwochsredner entgleiten; dem Redakteur einer mutmaßlich seriösen Tageszeitung dürfte Derartiges allerdings auf gar keinen Fall unterlaufen. Sich als Journalist im Meinungsteil eines solchen Stils zu befleißigen und negativ belegte Ausdrücke im Bezug auf eine demokratische Partei zu verwenden, empfinde ich als äußerst unseriös und unprofessionell. Dass sich Journalisten der einen politischen Partei enger verbunden fühlen als einer anderen, ist völlig normal und auch legitim; dass die Sympathie allerdings so unverfroren in einer "überparteilich(en)" Zeitung zu Ausdruck gebracht wird, ist für mich als zahlender Abonnent schwer auszuhalten. Zumal hinsichtlich des kommentierten Sachverhaltes mit zweierlei Maß gemessen wird: So wurde zu Zeiten absoluter CDU-Mehrheiten niemals ein kritisches, geschweige denn beleidigendes Wort an die führenden Köpfe dieser Partei gerichtet, wenn sie alle Beigeordneten für sich reklamierten. Wir im Vulkaneifelkreis haben zumindest nie etwas in dieser Richtung lesen dürfen. Hans-Walter Schmitt, Kirchweiler