IHRE MEINUNG
Zum Artikel "Camper weg - Kunden weg - Freunde weg" (TV vom 4. Oktober) schreibt dieser Leser:
Endlich, ein weißes Getto auch für Zeltingen. Und, wie überall, natürlich schön in die erste Reihe. Bald ist es geschafft, dann sieht die Weinkulturlandschaft der Mosel aus wie eine Ansammlung von weißen Haufen aus Blech, über denen dann große Wolken aus Chemietoiletten wabernd durchs Tal ziehen. Es scheint wirklich niemanden weiter zu stören, wenn die Erscheinungsbilder der Ortschaften an der Mosel nach und nach mit Wohnmobilen auf der Suche nach einem billigen Stellplatz zugebaut werden. Der Campingplatz von Zeltingen ist bestimmt keine Schönheit, er hat aber als einer der ältesten Plätze an der Mosel allen Platz gelassen und sich irgendwie eingefügt. Es gab scheinbar nie wirkliches Interesse, den Platz auch mit "kleinen" Mitteln zu modernisieren. Das hätte sich bis heute wahrscheinlich schon gerechnet. Jetzt kommt es dann wohl wie immer: Politik im Großen wie im Kleinen, immer schön von oben runter. Und die Gewählten haben für eine kurzfristige Stellungnahme keine Zeit. Hauptsache unsere Häuser sind alle in der richtigen Farbe gestrichen, wegen des Ortsbilds und so. Als nächstes verschwinden dann der Minigolfplatz und auch noch der Bolzplatz. Alles für den neuen und bald zu kleinen Stellplatz und scheinbar alles kostenlos. Und nicht nur die Anwohner der Uferallee in Zeltingen, auch das kommunale Abwassersystem wird sich freuen über den nicht abreißenden Strom der "Ablasser" der Chemietoiletten mit ihren aggressiven und umweltbelastenden Chemiecoktails. Alles kein Problem. Glaubt denn wirklich jemand, dass mit Wohnmobiltourismus, der in erster Linie darauf ausgelegt ist, einen billigen Urlaub zu machen, das große Geld zu verdienen ist? Wäre es nicht besser, die vorhandenen Gästezimmer in den Ortschaften zu füllen und auch dafür zu sorgen, dass leerstehende Gebäude saniert werden und gleichzeitig dafür zu sorgen, mehr Wohnraum für alle zu schaffen? Wohnmobile gehören auf die Höhen - viel Platz, ruhig, frische Luft. Die, die sich für die Mosel interessieren, werden auch so kommen. Als Tagestourist, mit dem Bus oder auf dem E-Bike. Alles machbar. Wir werden sie ein wenig vermissen, die "ollen Dauercamper" mit ihren spießigen Vorgärten. Uns habt ihr nicht gestört. Dietmar Hansen, Zeltingen-Rachtig