IHRE MEINUNG

Zum Artikel "Streit um Abstände geht weiter" (TV vom 1. Dezember) schreibt dieser Leser:

Es ist gut, wenn sich Kommunalpolitiker Gedanken um eine bessere Finanzausstattung ihrer Gemeinde machen. Sie müssen aber bedenken, dass 200 Meter hohe Windräder in nur 800 bis 1000 Meter Entfernung zu Wohnhäusern eine Verarmung der Eigenheimbesitzer bewirken! Denn überall, wo riesige Windräder zu nahe errichtet wurden, sind zehntausende Euro an Wertverlusten bei Immobilien festzustellen. Der Eigentümerverband Haus&Grund beobachtet Wertverluste von bis zu 30 Prozent, sogar die Unverkäuflichkeit mancher Eigenheime. Bei Kastellaun sagte eine Ortsvorsteherin der Rhein-Zeitung: "Je näher sie an den Windrädern stehen, desto weniger sind sie wert." Banken befürchten, dass sie zu Wertminderungen von pauschal 25 Prozent - in Einzelfällen sogar mehr - gezwungen sind. Dann ist ein Haus nicht mehr 200 000 Euro wert, sondern nur noch 150 000 Euro! Damit sinkt auch seine Beleihungsgrenze. Die Eigentümer kommen in Schwierigkeiten, wenn ihr Realkredit plötzlich höher ist als die neue Beleihungsgrenze. Die Banken haben damit Blankokredite in ihren Büchern, die sie zusätzlich mit Eigenkapital unterlegen müssen. Das schränkt ihre Fähigkeit ein, neue Kredite zu vergeben. Der Rat sollte deshalb Dr. Tramperts Antrag folgen und mindestens 1000 Meter, bei Nabenhöhen über 100 Meter mindestens das Zehnfache der Nabenhöhe als Abstandsregel zur Wohnbebauung beschließen, um die Bürger vor finanziellen Schäden zu schützen. Karl Diller, Hermeskeil (Anm. d. Red.: Der Verfasser des Leserbrief ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter der SPD und Sprecher der Interessengemeinschaft "Rettet den Hochwald")